Als der böse Sultan das geschundene Volk fast verdursten ließ…

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Foto: The Prime Minister’s Office / Flickr.com

Manchmal bedarf es einer großen Krise oder einer Schockerfahrung, um eine ganz neue Sichtweise auf eine bis dahin für scheinbar unveränderlich gehaltene Realität zu bekommen.

So muss es auch der türkischen Community in Deutschland ergangen sein, als sie von heute auf morgen schmerzlich durch die deutsche Presse erfahren musste, dass ihre Verwandten und Bekannten in der Türkei seit Jahren in einer fiesen Diktatur leben und tagtäglich um ihre Freiheit kämpfen mussten.

Ihre armen Verwandten mussten sich einem gar grausamen Diktat beugen, das ihr ganzes Leben von der Wiege bis zur Bahre zu bestimmen vermochte. Dieser von allen guten Geistern – er selbst würde sie “Cins” nennen – verlassene Machthaber hatte sich drei Mal hintereinander vom Volke zum Sultan küren lassen.  Böse Zungen reden von demokratischen Wahlen, was aber wie alles, was von dem Regime kommt, erstunken und erlogen ist. Seit wann sind denn Wahlen auch demokratisch, wenn eine Mehrheit etwas aus deutscher Sicht Falsches wählt?

Im Laufe seiner Regentschaft hat er sein Königreich schleichend islamisiert. Seine per Dekret erlassenen Verbotsgesetze wie u. a. das nächtliche Bierverkaufsverbot, sein Aufbau an Abtreibungshindernissen und seine Empfehlungen, mehr Kinder zu bekommen waren eindeutige Indizien für faschistoide und islamistische Tendenzen. Nicht einmal, was die Demografie betrifft, will er vom weisen deutschen Vorbild lernen. Der Freiheitswille des armen und geschundenen Volkes war jedoch so stark,dass…

Weil es nur die halbe Geschichte ist möchte ich natürlich der Vollständigkeit halber das Märchen zum Ende bringen:

Seine treuen Diener reisten um die ganze Welt, nur um innovative Foltermethoden für den Einsatz gegen die eigenen Untertanen zu finden. Sie erstatteten ihm an seinem Hofe regelmäßige Berichte über einzigartige, schauderhafte Peinigungsvarianten, die man weltweit beobachtet hatte.

Besonders eine grausame Methode hatte es dem türkischen Diktator angetan. Mullah Horst – seines Zeichens Herrscher über einen Gottesstaat zwischen der Donau und den Alpen, dessen Bevölkerung gewöhnlich als Bajuwaren bezeichnet wird – hat seine Untertanen verboten, ab 22.00 Uhr an Tankstellen Bier zu verkaufen. Dies gefiel ihm so sehr, dass er diese Foltermethode umgehend einführte, wodurch die eigene – traditionell zechfreudige – Bevölkerung durch diesen Bierentzug fast zugrunde ging.

Jedoch würde er seinem Ruf keine Ehre machen, wenn er diese Foltermethoden nicht noch übertreffen würde. So führte er die grausame Drei-Kinder-Empfehlung ein, die seine Berichterstatter ihm von der fernen Germanischen Königin Merkel zugetragen haben. Die Königin Merkel, deren Untertanen sowieso schon einer unerträglichen Folter in Form des Hartz-IV-Systems ausgesetzt sind, wollten durch die berüchtigten Geburtswehen besonders ihre weiblichen Untertanen quälen. Dies wollte auch der Diktator von Bosporus sich nicht entgehen lassen.

So führte er schritt für schritt immer härtere Foltermethoden ein. Er ging schon so weit, dass er Abtreibungen nur auf Arztempfehlung durchführen ließ. Er baute sich somit einen Folterapparat auf, dessen drakonisches Ausmaß  die geschundene, arme Bevölkerung auf die Straßen gehen ließ. Das Volk begehrte gegen seinen Diktator auf. Es bot ihm heroisch die Stirn. In einer Hand eine Blume, in der anderen einen brennenden Molotowcocktail, kämpften sie gegen die Bevormundung und für ihre Freiheit. Hätten die Milizen des Diktators jedoch nicht vorher durch die Volksaufstände in Stuttgart, Frankfurt, London oder in Washington gelernt wie man mit magischen Instrumenten wie Wasserwerfern, Tränengas und Schlagstöcken einen Aufstand schnell wegzaubert, sähe der Lauf der Geschichte ganz anders aus: Die unterjochte Bevölkerung würde jetzt in Freiheit leben, wie in der glorreichen Zeit vor dem bösen Sultan, als das Jauchzen und Frohlocken des gesamten Volkes sogar noch aus den JITEM-Polizeistationen und den Brunnen von Şırnak zu vernehmen war.

Und die ahnungslose türkische Community in Deutschland hat über all die Jahre hinweg nichts davon geahnt! Wie gut, dass Sie jetzt von Reuters, CNN und Spiegel aufgeklärt worden sind.

Wie gut, dass endlich Kenan Kolat für die türkische Gemeinde in Deutschland Erdoğan als Faschisten entlarvt hat. Er hat damit die türkische Community aus ihrem Dornröschenschlaf aufgeweckt!

HERZLICHSTEN DANK FÜR DIE SCHÖNEN MÄRCHENSTUNDEN!

 

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About Author

Jahrgang 1976, Unternehmer und Blog-Autor. Studiert nebenberuflich Politikwissenschaft an der FernUniversität in Hagen. Er lebt in der Ruhrgebietsstadt Essen.

3 Kommentare

  1. Ich wünschte mir, von Ihnen würde es viel mehr geben!!! Danke für die absolut passende Darstellung!!!

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