„Angst vor der Angst“? – Kein Anlass…

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Bildquelle: MarkHaertl | CC BY-NC-SA 4.0Ein Model schreit – ein Symbol fuer Angst und Panikattacken. *** Model: Nathalie

Angst vor der Angst? Hört sich doch eigentlich sehr paradox an, ist es aber nicht. Jeder hat Angst gehabt oder wird sie noch haben.

Sehen wir uns doch mal an, wie Angst definiert wird…

Angst ist ein Grundgefühl, welches sich in als bedrohlich empfundenen Situationen als Besorgnis und unlustbetonte Erregung äußert. Auslöser können dabei erwartete Bedrohungen etwa der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstachtung oder des Selbstbildes sein. Krankhaft übersteigerte Angst wird als Angststörung bezeichnet.“

Es ist natürlich, Angst vor einer Bedrohung zu haben, kurz bevor sie eintrifft. Angst aber davor zu haben, Angst zu fühlen, weil irgendwann eine potenzielle Bedrohung eintreffen kann, ist sehr großer Schwachsinn, den Menschen manchmal fühlen und nicht unterdrücken können. Menschen schaffen ihre Arbeit meistens dadurch, dass sie einen Druck aufbauen, der mit Angst zu tun hat. So lernen Studenten für die Klausur mit der Angst, diese nicht zu bestehen oder ein Arbeiter arbeitet sehr präzise mit der Angst, etwas falsch zu machen und vom Chef gerügt zu werden. Diese Angst ist ein Indikator für unser gutes Arbeiten, doch Angst vor etwas zu haben, dass potenziell eintreffen kann, ist nicht positiv und zu nichts zu gebrauchen.

Ich erzähle euch mal eine Geschichte, um noch besser zu illustrieren, was ich sagen möchte:

Ein Arbeiter erfährt, dass vielen seiner Kollegen gekündigt worden ist, da die Firma nicht mehr alle beschäftigen kann…  Jedes Jahr wird 500 Arbeitern gekündigt und dieser Arbeiter hat nur noch paar Jahre zur Rente, doch er hat jedes Mal Angst, selbst betroffen zu sein. So, was passiert jetzt mit diesem Arbeiter? Er wird die nächsten Jahre immer mit der Angst leben, auf der Kündigungsliste zu stehen. Also hat er Angst von einer potenziellen Bedrohung, die ihn vielleicht nicht  treffen wird.

Ein großer türkischer Denker sagte einmal: „Heule nicht, bevor du geschlagen worden bist“.

Keine Angst vor etwas haben, bevor es eintrifft

Sich jetzt jahrelang fertig zu machen, mit der Angst zu leben, etwa seine Arbeit zu verlieren, ist großer Schwachsinn. Diese Angst bringt einen Menschen nicht weiter und bringt einen Menschen irgendwann dazu, verrückt zu werden.

Wir müssen wissen, dass Angst etwas Gutes ist, denn sie bringt uns dazu, Dinge zu machen, die wir normalerweise nicht machen würden. Wo sieht man denn, dass eine Katzenmutter aus heiterem Himmel einen Hund angreift? Doch wenn sie ihr Kind verteidigt, tut sie es. Wann haben wir jemals gesehen, dass 15-16 jährige in den Krieg ziehen aus heiterem Himmel? Doch aus Angst, das Vaterland zu verlieren, opfern selbst Kinder ihr Leben.

Der große Denker sagt: „ Der Mensch ist schwach und hat nicht wirklich die Macht, seine Zukunft zu gestalten, deshalb sollte man sich nicht sorgen um Dinge, die man selbst nicht gestalten kann.“

Wir haben nicht immer die Kraft, unsere Zukunft zu gestalten. Wir müssen also keine Angst vor etwas haben, bevor es eintrifft…

Der Mensch sollte wissen, dass Angst einen dazu bringen kann, Außergewöhnliches zu machen…

So kann sie motivieren, das Leben neu zu gestalten und durch die Angst ein besseres Leben anzustreben. So können Menschen an sich vieles ändern, was sie normalerweise nicht schaffen würden.

Der Preis alles Großen in unserem Leben

Angst kombiniert mit Liebe kann Menschen dazu führen, eine Eigenschaft zu bekämpfen, die dem Partner nicht gefällt, denn die Angst, einen Partner zu verlieren, bringt Menschen dazu, sich zu verändern.

Wir sollten keine Angst davor haben, Angst zu haben, jedoch auch nicht vor Dingen, die wir nicht ändern können. Ich weiß, es hört sich sehr paradox an, doch viele Menschen leiden täglich an solchen Ängsten.  Wir sollten manchmal froh sein, dass wir Angst haben können, etwas zu verlieren. Zeigt uns das etwa nicht, dass wir Dinge haben, die uns sehr gefallen oder unbezahlbar sind? Sind wir nicht froh, dass Menschen Angst haben, einen zu verlieren? Ist Liebe nicht, gleichzeitig verbunden Angst zu haben? Eltern haben Angst davor, ihre Kinder zu verlieren, denn sie lieben ihre Kinder. Ist also diese Angst nicht etwas Wertvolles? Fragen wir doch einfach Kinder oder Menschen, die ihre Eltern verloren haben, ob sie doch lieber jeden Tag mit der Angst leben müssten, ihre Eltern zu verlieren, als das diese tot wären.

Dinge, die für euch normal sind, können für andere Menschen ein Traum sein, also seid mit dem, was ihr habt, glücklich.

Angst vor der Angst? Nicht mit mir!

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About Author

21 Jahre und studiert Informatik an der Hochschule Trier. Seit Dezember 2012 ist er Präsident des Studierendenparlaments. Missverständnisse und Trägheit machen vielleicht mehr Irrungen in der Welt als List und Bosheit. Johann Wolfgang von Goethe

1 Kommentar

  1. Angst vor der Angst? Nein, ich denke eher nicht. Zuallererst sollten wir einmal festhalten, das Angst etwas höchst Subjektives ist, etwas was für den einen Spass bedeutet, kann beim Nächsten bereits für Todesängste sorgen. Desweiteren möchte ich die Argumentation kritisieren, die da behauptet, es ist natürlich, Angst vor einer Bedrohung zu haben, kurz bevor sie eintrifft.

    Also wenn der Autor nicht irgendwelche Kräfte besitzt, die mir persönlich abgehen, dann wird er ebensowenig in die Zukunft sehen können wie ich. Damit ist bereits das kurz bevor sie eintrifft, ziemlicher Blödsinn. Denn dann wäre Angst vor einer Bedrohung die eben nicht eintrifft, unnatürlich und kurz vor eintreffen der Bedrohung wäre sie natürlich? Dies ergibt in meinen Augen wenig Sinn.

    Außerdem halte ich das Beispiel der Katzenmutter schlecht gewählt, die Katzenmutter wird ihre Jungen nicht aus Angst verteidigen, sondern aufgrund des Überlebensinstinkes, welcher sich in Form der Gene, natürlich auch auf ihre Nachkommen ausdehnt. Und es gibt kaum etwas, was Angst effektiver ausschaltet, als das einsetzen des Überlebensinstinkes, wenn er denn einsetzt. Genauso gut, kann er dies nämlich auch bleiben lassen, schließlich sind nicht alle Menschen gleich. Und dann kann Angst einen zwar immer noch aufmerksam und wachsam sein lassen, was ebenfalls im richtigem Moment gute Attribute sein können, für die man Angst verantwortlich zeichnen kann, jedoch kann sie einen auch lähmen. Und da ist es nicht sehr hilfreich eben zu sagen, heul nicht bevor du geschlagen wirst, da das Gefühl der Bedrohung welche zu einer lähmenden Angst, eben sehr subjetiv und wir eben alle nicht in die Zukunft sehen können.

    Natürlich ist wie ich vermute die Kernaussage des Beitrage mit „Lass dich nicht von deiner Angst lähmen, sondern überwinde sie“ eigentlich eine lobenswerte Botschaft, ist jedoch in der vorgetragenen Weise auch recht naiv und bei Menschen die etwa wirklich an so großer Angst leiden, dass diese ihr Leben kontrolliert, wieder hilfreich noch zielführend.

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