„Armenische Frage“ – Genozid oder nicht?

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Mir liegt es fern, Schuldige rein zu waschen, nur weil sie meiner Ethnie oder meiner Religion angehören.
Ich rede auch sehr offen über Missstände, die in der Türkei passiert sind.  Ausser dieser „Armenien-Frage“, gibt es peinliche Vorkommnisse wie z.B. die Geschehnisse vom 6./7. September 1955[1] oder die faschistische Vermögenssteuer von 1942-44[2].
In der nahen Vergangenheit gab es auch Machenschaften wie die sogenannte „Susurluk Çetesi“ und die „Ergenekon“[3], die teilweise sehr faschistisch, terroristisch, aber auf keinen Fall menschenrechtskonforme Handlungen durchgeführt haben.
Alle Handlungen, die die Würde des Menschen angreifen, sind meine erklärten Feinde. Ob das in Deutschland, in der Türkei oder in Uganda passiert, spielt dabei überhaupt keine Rolle.

Bei der „Armenien-Frage“ allerdings sehe ich die Sache so:

Wenn wir den Begriff „Genozid“ richtig definieren und richtig hinhören, kann man diesen Zeitraum von 1915-1916 nicht als Genozid hinstellen.

Die folgende Definition ist von Raphael Lemkin:

„[w]er in der Absicht, eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihr Volkstum bestimmte Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören, vorsätzlich

– Mitglieder der Gruppe tötet,
– Mitgliedern der Gruppe schwere körperliche oder seelische Schäden […] zufügt,
– die Gruppe unter Lebensbedingungen stellt, die geeignet sind, deren körperliche Zerstörung   ganz oder teilweise herbeizuführen,
– Maßregeln verhängt, die Geburtenraten innerhalb der Gruppe verhindern sollen,
– Kinder der Gruppe in eine andere Gruppe gewaltsam überführt“.[4]

In Anbetracht dieser Definition und den historisch nötigen Background-Informationen, kann man NICHT von einem geplanten, organisierten Mord im Auftrag der Regierung sprechen.

Nach dem Putsch von 1908 an Abdülhamid II. kamen nur Sultans an den Thron, die von den „Jungtürken“ gebilligt wurden.

Die operative Exekutive (Regierung) war in den Händen von diesen Jungtürken, die allerdings zu keiner Zeit Ihrer Amtszeit die wahre Kontrolle über das gesamte Land hatten.

Sie haben es nicht geschafft, das Osmanische Reich von dem Balkankrieg fernzuhalten und haben das Land vorsätzlich in den Weltkrieg geführt; dabei ist es offensichtlich, dass sie keine Kontrolle über den Osten der Türkei hatten.

Geschweige denn, dass so etwas wirklich genau geplant und ausgeführt wird.

Beim Holocaust wird penibel darauf geachtet, dass das NS-Regime als Täter dargestellt wird und das deutsche Volk von dieser Schuld befreit ist.

In der “Armenien-Frage” allerdings wird das türkische Volk für Einzeltaten einer bestimmten Gruppe verantwortlich gemacht.
Ich möchte hiermit NICHT bestreiten, dass Militärkräfte oder dass unter sich organisierte Muslime/Türken vor Ort aus Eigeninitiative oder aus Not und Gegenwehr Gewalt ausgeübt haben.

Denjenigen allerdings, die es gewagt haben, wurde der Prozess gemacht. Und zwar noch vom Osmanischen Reich und nicht erst von der Türkischen Republik. Von den 1973 Funktionären, die angeklagt wurden, wurden 67 zum Tode verurteilt. [5]

Ein Vergleich:
“Am 30. September und 1. Oktober 1946 wurden nach fast einem Jahr Verhandlungsdauer 12 der 24 Angeklagten zum Tode verurteilt; sieben Angeklagte erhielten langjährige oder lebenslange Haftstrafen.” [6]

Am 18. Dezember 1918 wird das Gesetz zur Rückkehr der Deportierten erlassen. Dieses Gesetz ermöglicht nach Feststellungen des armenischen Patriarchen, die Rückkehr von 644.900 Armeniern in ihre Heimat. [7]

So gesehen, kann man weder ein Volk, noch einen Staat deswegen belangen.

Jeder, der angegriffen wird, dem ein Dorf niedergebrannt wird, dessen Frau und Kinder massakriert wurden, wird für sich das Recht in Anspruch nehmen, sich zu verteidigen.

Anzunehmen, die ersten Angriffe kämen von türkischer Seite ist absurd, wenn man bedenkt, dass genau diese armenische Volksgruppe über 400 Jahre friedlich mit den Türken zusammenlebten.

Wenn die Muslime sie hätten ausrotten wollen, so hätten sie genug Zeit gehabt, sie sowohl „auszurotten“ als auch Zwangs zu „assimilieren“…

Es ist ein Pluspunkt für die Osmanen, dass Sie KEINE EINZIGE Volksgruppe assimiliert haben. Weder die Armenier, noch die Griechen, Serben, Araber, Kurden etc…

Man kann als Beispiel die Situation der Griechen, mit den Indianern vergleichen; 1359 wurden Großteile Griechenlands durch das osmanische Reich erobert, bis dann 1830 durch das Londoner Protokoll die Unabhängigkeit Griechenlands von den Osmanen anerkannt wurde. Knapp 500 Jahre osmanische Regierung über den Griechen haben denen Ihre Sprache, Ihre Religion und das Gefühl der Zusammengehörigkeit nicht wegnehmen können.
Man könnte wohl hunderte Gegenbeispiele aus dem Abendland finden, das verschiedenste Völker assimiliert und vereinnahmt hat.

Aber ich möchte das Beispiel der Indianer nennen, weil Sie allseits bekannt ist:
Christoph Kolumbus, dem die Entdeckung Amerikas und der Indianer zugeschrieben wird, betrat amerikanischen Boden erstmals 1492. 500 und ein paar Jahre später, heute im Jahr 2011 können wir kaum noch von authentischen Indianern sprechen. Sie haben weder Ihre Sprache, noch Ihre Kultur bis heute bewahren können. Sie wurden systematisch von den Kolonialmächten massakriert. Von einem indianischen Staat kann man überhaupt nicht reden.
Und jetzt möge man sich vorstellen, was in 500 Jahren unter osmanischer Herrschaft an Kultur, Sprache etc. hätte ausgerottet werden können. Dies ist nicht passiert.

Aber wenn man wiederum die historischen Fakten vor Augen hält und bedenkt, dass nach der französischen Revolution 1789 der Wunsch auf Nationalstaaten sich breitgemacht hat, dann kann man verstehen, dass Serben, Bulgaren, Griechen etc. Ihren eigenen Nationalstaat wollten.

So auch die Armenier. Das war Ihr wunder Punkt, der durch gezielte Förderung von Staaten wie Frankreich und Russland, immer wieder gerieben wurde.

Somit ist es offensichtlich, dass die ersten Übergriffe von den Armeniern kamen. Man kann unter  Betrachtung dieser historischen Aspekte keine logische Schlussfolgerung ziehen, die es zulassen würde, anzunehmen, dass die Türken/Muslime so etwas tun würden.

Dass die meisten Todesfälle nicht durch Waffengewalt, sondern durch die Deportation erfolgten, ist ein weiterer Beleg dafür, dass es kein geplanter Völkermord war.

Das Gesetz zur Deportation von rebellierenden Armeniern wurde am 27. Mai 1915 erlassen. Das sich im ersten Weltkrieg befindende osmanische Reich hat somit versucht inneren Unruhen ein Ende zu geben.

Ein weiterer Beweis dafür, dass es kein Genozid ist, ist die Tatsache, dass die Deportationen nur aus den östlichen Gebieten des osmanischen Reiches erfolgten.
Nämlich aus den Gebieten, in denen es Übergriffe von den Daschnaken gab.

Aus den westlichen Gebieten, wie z.B. Istanbul, Izmir, Kütahya und Balikesir gab es keine Deportationen – weil es keine feindlichen Angriffe von der armenischen Bevölkerung gab.

Wenn es kein Genozid war, was war es dann?

Es ist sehr viel Leid geschehen. Auf beiden Seiten.
Es sind sehr viele vorsätzliche Morde geschehen. Auf beiden Seiten.
Es sind sehr viele Menschen gestorben. Auf beiden Seiten.

Das ist geschehen.

Den Versuch, sich über ein geschichtliches Drama zu profilieren, finde ich abscheulich.
Vielmehr sollte der Versuch unternommen werden, dieses Trauma zu verarbeiten, die Wunden zu heilen, zu vergessen und eine gemeinsame Zukunft zu gestalten.

Kein Geld der Welt, keine Entschädigung des Kosmos bringt verloren gegangenes Menschenleben zurück. Weder auf türkischer, noch auf armenischer Seite.

Wenn man trotz allem eine Gewissheit will oder braucht, dann sollte man dem Vorschlag des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan eine Chance geben und die Gründung einer Historiker-Kommission zur Aufklärung der Armenien-Frage unterstützen und fördern [8]

Wenn es doch so offensichtlich ist, dass die Türken massakriert haben und wenn doch alle historischen Belege dafür sprechen, wie grausam die Taten waren, dann dürfte doch gerade die armenische Seite keine Angst vor dieser Kommission haben?

Dann müssten Erdogan und die Türken sich vor dieser Historiker-Kommission fürchten.

Ich für meinen Teil, werde mich dem Ergebnis der Kommission, die durch eine Kooperation zwischen der Türkei und Armenien gegründet werden soll, beugen.

Ein Zitat aus zwei Teilen, von einem Mann, der mittlerweile zu einem Helden aufsteigt, möchte ich noch erwähnen. Es stammt aus einem Video (Kim bizim doktorumuz?), das vor der Ermordung von Hrant Dink aufgenommen wurde.

Die Worte von Hrant Dink widerspiegeln auch meine Gedanken:

„Ich spreche zu den Türken: Versucht euch mal vorzustellen, warum die Armenier so sehr auf diesem Thema beharren? Versucht doch mal, mit den Armeniern Empathie aufzubauen. Dann seht ihr vielleicht einen gewissen Stolz in diesem Beharren.”
***
“Zu den Armeniern spreche ich dann so: Versucht doch mal in der Aussage der Türken „Nein, wir haben keinen Völkermord begangen!“ einen gewissen Stolz zu finden! Versucht es doch mal! Was ist dieser Stolz? In dieser Aussage steckt folgender Gedanke: „Als ein Türke, bin ich gegen jede mögliche Art des Mordens. Ich bin gegen Rassismus, gegen Völkermord. Völkermord ist ein verfluchtes Vergehen. Ich würde kein Völkermord begehen! Also können meine Vorfahren kein Völkermord begangen haben. Deswegen sehe ich in dieser Aussage einen gewissen Stolz!“

Beide Seiten haben zu wenig Verständnis für Einander aufgebracht.
Sie haben leider nicht den Wunsch gehabt, sich näher zu kommen und sich gegenseitig zu verstehen.

Ich hoffe, dass diese Darstellung die Perspektive öffnet, die „Armenien-Frage“ mal differenziert zu sehen.

Zu guter Letzt möchte ich die grausamen Taten beider Seiten mit tiefster Empörung verurteilen.

Ein Menschenleben ist mir viel zu wertvoll, als dass ich Sie mit irgendwelchen Erklärungen versuche zu vernichten.

„…Wer einen Menschen tötet – es sei denn als (vom Gesetz geforderte) Strafe für einen Mord oder dafür, dass Unheil auf Erden und Verderben angerichtet wurde – dann ist es so, als ob er die gesamte Menschheit getötet hätte;…“[9]


[1] 6-7 Eylül Olayları / Cumhuriyet Dönemi Azınlık Politikaları ve Stratejileri Bağlamında – Dilek Güven – İletişim Yayınları – 2009

[2] Varlık Vergisi ve Türkleştirme Politikaları – Ayhan Aktar – İletişim Yayınları-2010

[3] [Anm.] Untergrundorganisationen, die Ihre V-Männer in den Staatsapparaten der Türkei hatten und immer noch haben. Die Ergenekon-Mitlieder werden heute immer noch aufgedeckt und festgenommen.

[4] (Axis Rule in Occupied Europe. Laws Of Occupation, Analysis Of Government, Proposals For Redress. Washington, Carnegie Endowment for International Peace, Division of International Law, 1944. 674 S)

[5] (Tehcir ve Taktil Divan- ı Harb- i Örfi Zabıtları İttihad ve Terakki’nin Yargılanması 1919- 1922 – Vahakn N. Dadrian/ Taner Akçam – İSTANBUL BİLGİ ÜNİVERSİTESİ – 2010// İşgal İstanbul’unda Tehcir Yargılamaları – Ferudun Ata – TÜRK TARİH KURUMU – 2005)

[6] Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher – Wikipedia

[7] Hier ein Link mit 17 Dokumenten, die den Genozid an den Armeniern widerlegen. Quelle ist das „Institut für türkische Geschichte (TTK)“.

[8] Erdoğan’ın ‚komisyon‘ teklifi Erivan’a iletildi Ermeni partiler tepkili – Tageszeitung Zaman

[9] Der Koran und seine Übersetzung mit Kommentar und Anmerkungen, Ali Ünal, 2009

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About Author

1974 geboren in Berlin. Grundschule und Gymnasium im "bürgerlichen" Schöneberg in Berlin. Abitur und Germanistik-Studium im lebendigen Istanbul. Rückkehr nach Berlin nach dem großen Erdbeben im August 1999. Seitdem verschiedene Tätigkeiten. Verheiratet und Vater von 2 Kindern.

5 Kommentare

  1. Julian Tumasewitsch on

    Die Quellenauswahl ist einseitig, suggestiv und undifferenziert.
    Im Zuge nationaler Homogenisierungspolitk gab es ganz klar eine Vernichtungsabsicht gegenüber Armeniern, Aramäern, pontischen Griechen und Yezidin.
    Die Aleviten blieben zunächst verschont wurden aber wenig später Opfer grausamer ethnischer Säuberungen.
    Die Lemkinsche Definition sehen mehr als 200 internationale Wissenschaftler klar erfüllt. Lediglich innerhalb und seit 1994 auch bei einem halben Dutzend wenig seriöser Unpersonen wird dies mit löchrigen und abenteuerlich schlechten Argumentationsketten in Zweifel gezogen.

    Dogan Akhanli: „Es ist unglaublich, beschämend und entsetzlich: das Land, das ersten Größten Völkermord des 20. Janhunderts verursacht hat, der zur Begriffbildung „Genozid“ führte, verleugnet bis heute seinen „Genozid.“
    Seit Lemkin gibt’s keine Frage mehr in der Genozidf
    orschung der Welt, ob man das Verbrechen gegen Armenier und Aramäer Genozid nennen kann.
    Raphael Lemkin hat das Verbrechen einen Name gegeben und die Forschung hat das Verbrechen gegen Armenier und Aramäer, neben der Vernichtung der Juden, Roma und Sinti in Europa und der Vernichtung der „Tutsi“ in Ruanda als “totalen”, “ endgültigen“ und „absoluten“ Völkermord eingestuft. Deshalb, ist verkehrt, wenn wir, wie gewöhnlich, immer wieder von der „Armenischen Frage“ reden. Nach meiner Ansicht keine Armenische Frage. Die sogenannte „Armenische Frage“ des vorigen Jahrhunderts
    wurde durch die Vernichtung beantwortet. In der Gegenwart bleib nur die türkische Frage: die türkische Lüge über den Völkermord, die türkische Differierung der Diaspora, die türkische Arroganz und Respektlosigkeit gegenüber den Opfern und Nachkommen.“
    http://www.zentralrat.org/files/Microsoft%20Word%20-%20Gedenkrede_Dogan_Akhanli,%2024.04.2011.pdf

    Dr. Tessa Hofmann: Der Völkermord an den Christen des Osmanischen Reiches

    „Ich möchte heute Abend jene Verbrechen, die im Namen ethnischer Homogenität an den Christen des Osmanischen Reiches begangen wurden, vor allem am Schicksal der griechisch-orthodoxen Bevölkerung des Osmanischen Reiches nachzeichnen, nicht nur, weil es im Vergleich zum armenischen weniger erforscht und bekannt ist, sondern vor allem, weil es den Vorläufer und die Blaupause für die Vernichtung der osmanischen Armenier bildete.“
    http://www.via-dolorosa.de/2011/06/14/dr-tessa-hofmann-der-voelkermord-an-den-christen-des-osmanischen-reiches/

    „Aghet war der erste Völkermord in der Geschichte des 20. Jahrhunderts“
    http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/33516/2

    Genozid und Vertreibung der Yeziden aus dem Osmanischen Reich
    http://www.yeziden.de/104.0.html

    Die Folgen nationaler Homogenisierungspolitik, anhand des Völkermordes an den Armeniern und der Unterdrückung der kurdischen Minderheit in der Türkei
    https://www.youtube.com/watch?v=UA3Uv9QNXug

    Interview mit Sibylle Thelen, Journalistin und Autorin zu ihrem Buch „Die Armenier-Frage in der Türkei“
    https://www.youtube.com/watch?v=UUW-5z8f2hQ

    Prof. Ugur Ungor Discusses Property Confiscation During the Armenian Genocide
    http://www.youtube.com/watch?v=Dymso_Wr5RM

    Weitere Empfehlungen: AGHET-Ein Völkermord (Film,) Jean-Marie Carzou-Un génocide exemplaire, Grandma’s Tatoos (Film), Werke von Taner Akçam, Hans-Lukas Kieser, Tessa Hoffmann, Fatma M. Gökcek, Hasan Cemal, etc.

  2. Münir Secme,
    Deutschland hat damit nicht zu tun, bitte! Die Türkey muss endlich fähig sein, eigene Geschichte zu anerkennen. WO SIND DIE EINHEIMISHCEN VÖLKER VON KLEINASIEN?????

    70 türkische Diplomaten wurden wirklich von Mitgliedern von ASALA ermordert ( eigentlich weniger, aber egal). Diese Organisation hat aber nichts mit Armenien zu tun. Aller ASALAer waren Bürger von Lebanon und Syrien und hatten NICHTS mit der Politik von Armenien zu tun. Diese menschen haben eigene Wahl getroffen und wurden nicht von Armenien gesteuert. Das war unmöglich in der Zeit von der UdSSR und ASALA funkzionierte 1977-1992.

  3. Münir Seçme on

    …ist für die Sache neutral geschrieben und mit verständlichen Beispielen Unterschiede zu Genozid dargelegt
    hinzufügen möchte ich, daß um 70 türkische Diplomaten von den Armeniern ermordet worden und die Türkei nie die Armenier verfolgt hat, weil sie mit völlig anderen Nachkriegs-Poblemen noch beschäftigt war…

    Ganze Dörfer wurden durch die Armenier vernichtet, Menschen, Frauen, Kinder geschändet und verbrannt, dafür gibt es viele „lebende“ Beweise …
    Der Westen tötet, wenn man hustet, hier ist man schon Terrorist, wenn man versucht sein Recht durch gesetzliche Mittel (!) zu erreichen…
    Da frage ich mich, warum Länder der TR Genozid vorhalten, wenn sie selber genau wissen, daß kein Genozid verübt wurde…
    Die Antwort ist sicherlich auch darin verborgen, daß die Türken-Angst zu tief in deren Knochen sitzt, daß die Türken ja nicht wirtschaftlich auf die Beine kommen, werden solche Stolpersteine unaufhörlich von denen gesetzt…

    Vielen Dank, für diesen aufklärenden Artikel

    @Riki: und? hast du mal gefragt, warum sie umgebracht wurden, wurde das ihm auch gesagt?
    zu der Zeit waren auch mehr als 15.000 Deutsche Offiziere + wer weiß wieviel sonstige
    Soldaten von denen noch i.d. TR tätig
    ist es nicht verwunderlich, wo die Deutschen auftauchen, sterben die Menschen in
    Massen???

  4. Mein Opa war Armenier. Er war kein Politiker, auch nicht irgendwie politisch engagiert, sondern ganz einfacher, normaler und positiver Mensch.

    Im Jahr 1915 war er 10 jahre alt und hat gesehen, wie die türkischen Soldaten allen Armenier (Zivilisten) in seinem Dorf öffentlich umgebracht haben. Er wusste aber nicht, wie viele Menschen da wohnten.

    Trotzdem, hat er NIE was schlimmes allgemein von Türken gesagt, weil er von einer türkischen Frau auch gerettet wurde.

  5. Zerrin Konyalioglu on

    Vielen Dank für diese wichtigen Aspekte. Beim Genozid zählt auch das Motiv, wie z.B. Vernichtungslager und Zwangssterilisationen, auch diese gab es nicht. Die hohe Zahl der armenischen Rückkehrer ist u.a. ein weiterer Beleg dafür, dass Armenier im Osmanischen Reich nicht systematisch vernichtet worden sind, sie wären sonst sicher nicht so schnell zurück gekehrt. Es gibt noch sehr viele Belege, ich hoffe, unabhängige Historiker setzen sich sehr schnell mit armenischen und türkischen Wissenschaftler zusammen um die Dokumente zu sichten. Ich hoffe sehr, dass Armenien endlich dieser Zusammenarbeit zustimmt.

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