Dank an die Verfassungsschüler!

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Am 25.5. waren Europa- und Kommunalwahlen. Obwohl die braune Brühe es in so manch Stadträte und ins EU-Parlament geschafft hat, möchte ich mit diesem Beitrag etwas Schönes hervorheben.

In Bottrop im Bundesland NRW haben sich die Verfassungsschüler zur Wahl in ihrem Stadtrat aufstellen lassen. Mit 0,5% kamen sie leider nicht in den Stadtrat, aber dafür haben sie bundesweit etwas anderes erreicht: Sie haben ein Zeichen gesetzt!

Liebe Verfassungsschüler, ich würde Euch bitten, nach den anstrengenden Wochen einen Augenblick innezuhalten und wahrzunehmen, was Ihr alles geleistet habt!

So manche ältere Damen und Herren träumen davon, sich zur Wahl aufstellen zu lassen und es überhaupt auf die Liste zu schaffen. Ihr habt diese Hürde hingegen problemlos überwunden! In einer so kurzen Zeit habt Ihr euch organisiert, aufgestellt und dann kräftig engagiert und Wahlkampf gemacht. Ihr wart in Zeitungen eurer Ortschaft, sogar auf WELT.de seid ihr aufgetaucht. Man hat gesagt, dass sich die Verfassungsschüler in den Rat drängen wollen. Da hat Euch jemand gesehen und hatte wirklich Angst, dass Ihr eine ernst zunehmende Konkurrenz seid.

Verfassungsschüler gegen Entscheidungen über die Köpfe der Betroffenen hinweg

Warum? Ihr habt endlich gesagt: „Nicht über uns reden, ohne mit uns zu reden!“ Da wollen tatsächlich einige Bildungspolitik machen, ohne das Abitur- und das anstehende Bachelorsystem zu kennen. Da sind Herren, die 50 v.Chr. das letzte Mal die Schulbank gedrückt haben und sie wollen dann über Eure Probleme reden und entscheiden. Dabei ignorieren sie Euch oder stehen in keinem regulären Austausch mit Euch.

Manchen Bottropern war anscheinend nicht bewusst, wir sehr sich die Jugendlichen mit den Problemen ihrer Stadt beschäftigt haben: „Bis 2018 machen hier die Zechen dicht und damit gehen knapp 300 Ausbildungsplätze verloren!“ Sie wollen Bottrop attraktiver gestalten, damit die Bottroper auch Bottroper bleiben und z.B. als Akademiker wieder zurückkehren und ihrer Stadt etwas Gutes tun können. Man will Talente fördern, damit das Potenzial in Bottrop vollkommen ausgeschöpft werden kann. Man will mit dieser Kompetenz gestalten und mitentscheiden.

Das sind tolle Ansätze, liebe Verfassungsschüler.

Ihr habt allen in Deutschland gezeigt, dass den Jugendlichen die Politik in unserem Land nicht egal ist.

Ihr habt Mut gemacht und eine Vorbildfunktion für andere Jugendliche übernommen. Aber nicht nur für die Gleichaltrigen und Jüngeren dieses Landes seid Ihr ein Vorbild, sondern auch für uns ältere Herrschaften: Ihr habt Disziplin und Durchhaltevermögen bewiesen. Ihr habt gezeigt, wie man durchstarten kann und wie man Anschluss findet; nein, es geht noch viel besser: Ihr seid nun der Anschluss!

Dank auch an die Mentoren der Jugendlichen

Es ist umso erfreulicher, zu wissen, dass es Mentoren gibt, die Euch bei diesem Prozess unterstützt haben. Mentoren, von denen wir dringend mehr brauchen! Suat Yilmaz gebührt deshalb ebenfalls der Dank. Er holt das Beste aus den Jugendlichen heraus und setzt die richtigen Mittel ein, um sie voranzutreiben. Er gewinnt das Vertrauen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, indem er sie an der Hand nimmt und ihnen zeigt, was die Welt alles für sie übrig hat.

Für die Zukunft gilt es, nicht nur Politik FÜR, sondern auch Politik MIT den Jugendlichen zu machen. Statt ÜBER sie zu reden, müssen Politiker MIT ihnen an einem Tisch sitzen und gemeinsam zukunftsorientierte, kompetente Lösungen für die vielen Probleme finden, die die Jugendlichen zukünftig erwarten oder jetzt schon plagen.

Ich möchte Euch danken, liebe Verfassungsschüler. Danken dafür, dass Ihr ein Zeichen gesetzt und einen Anfang gemacht habt. Ich ziehe meinen Hut vor Euch und wünsche Euch alles Gute auf Eurem weiteren Weg.

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About Author

Jahrgang 1992, Studentin der Rechtswissenschaften an der Universität Mannheim, ehemalige Stipendiatin der Robert Bosch Stiftung, mündige und selbstbewusste Deutsch-Türkin.

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