Der lange Weg zum Kopftuch

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Die Entscheidung, ein Kopftuch zu tragen, ist oft ein weiter Weg. Du zerreißt Dir den Kopf und hast Angst vor den Konsequenzen. Ich möchte Euren Weg begleiten und dabei helfen.

Angst ist größer als die Sache selbst

Ich weiß, dass viele von Euch da draußen aus unterschiedlichen unergründlichen Gründen kapitulieren, sich nicht dazu aufraffen und Angst haben, obwohl sie diesen einen Herzenswunsch in sich hegen. Hin und wieder gehst Du zu Veranstaltungen damit und dann wirfst Du es doch erneut über Bord, weil Du Angst hast, weil Du Dich nicht traust. Du machst Dir Gedanken, was die oder der Kassierer (in) denkt, die Bedienung im Café, die Sachbearbeiterin bei der Krankenkasse usw.

Ich möchte Dir 10 Fragen stellen, die Dir helfen könnten, weiterzukommen und Dir evtl. die Angst mit der Zeit nehmen. Von einem Tag auf den anderen geht das in den meisten Fällen nicht. Das kannst Du gleich mal vergessen. Es ist ein Reifeprozess, der über Monate oder sogar Jahre andauert. Deshalb möchte ich Dir eine kleine Stütze an die Hand geben.

Reflektiere Dich

1. Ist es wahr, dass Du dadurch unterdrückt wirst (durch die Religion)?

2. Ist es wahr, dass Du dadurch ein anderer Mensch bist?

3. Ist es wahr, dass es nicht Deine freie Entscheidung ist?

4. Ist es wahr, dass Du Dich vor anderen rechtfertigen musst?

5. Ist es wahr, dass Du dadurch in Deinem Leben, das Du vorher gelebt hast, an etwas gehindert wirst?

6. Ist es wahr, dass Du deshalb weniger liebenswert bist?

7. Ist es wahr, dass Dein Hirn dadurch weniger funktionstüchtig ist?

8. Ist es wahr, dass Du dadurch weniger am sozialen Leben teilnehmen kannst als vorher?

9. Ist es wahr, dass Du durch diese kleine äußerliche Veränderung hässlicher bist?

10. Ist es wahr, dass Du nicht trotzdem chic aussehen kannst?

Wahrheit oder Illusion

Ist es tatsächlich wahr. Oder ist es nur eine Illusion oder die Meinung anderer, die Du sowieso nicht beeinflussen kannst, wie bei vielen anderen Dingen auch?

Kopftuch

Bild: Alexis | Pixabay.com

Ich persönlich antworte mit: nein. Nichts von alledem ist wahr. Wahr ist, dass ich dadurch mehr Selbstbewusstsein gewonnen habe und in vielen anderen alltäglichen Dingen viel selbstbewusster auftreten kann. Sich Sorgen darüber machen, was andere evtl. über Dich denken können ist sinnlos. Du vergiftest Dich nur selbst damit. Deinem Gegenüber ist es egal. Er hegte diesen Gedanken vielleicht kurz, aber dann widmete er sich auch wieder seinen Dingen zu. Und Du beschäftigst Dich unnötig lang damit. So entgehen Dir viele andere schöne Momente, die Du Dir währenddessen versaut hast. Toll! Und ist es jetzt wahr, dass Du durch die ungerechtfertigte Hirnsabotage Dir selbst Dein Leben vermiest? Solltest Du eine Frage mit „wahr“ beantwortet haben, denke darüber nach, warum das so ist und wie Du dieses Problem lösen könntest. Nichts ist unmöglich. Es liegt nur in Deiner Hand, mit der Du es anpacken solltest, wenn Du es wirklich von ganzem Herzen möchtest.

Hürden wird es im Leben immer geben

Du wirst höchstwahrscheinlich einige Hürden überwinden müssen. Auch im Alltag. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, es war leicht und es war nichts passiert. Es war schwer, aber das war es wert. Vielleicht werden viele Außenstehende negative Gedanken über Dich hegen. Doch sei gewiss, dass nichts von alledem was diese Person denkt, tatsächlich wahr ist und sie selbst ein Problem mit sich hat und nicht Du. Du bist diejenige, die sich selbst verwirklicht und ein Stückchen mehr authentisch geworden ist. Solltest Du diese negative Denkweise, nämlich was jemand über Dich denken könnte, hinter Dir lassen und nicht mehr daran denken oder sogar trotzdem positiv von dem Gegenüber denken, obwohl diese Person vielleicht griesgrämig ist oder so ausschaut, wird Deine kleine Welt immer positiver und schöner. Vertrau einfach auf Dein starkes Ich. Es schlummert in Dir, auch wenn Du es jetzt noch nicht spürst.

Kopftuch: Ja oder Nein

Solltest Du eine Frage mit „wahr“ beantwortet haben, würde ich mich über ein Kommentar oder eine E-Mail per Kontaktformular zu diesem Artikel freuen. Vielleicht kann ich Dir ja einen weiteren Tipp geben.

Viel Spaß!

Dieser Beitrag erschien auch bei tatjana-rogalski.de

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About Author

Tatjana Rogalski

ist Co-Chefbloggerin der Integrationsblogger, hat deutschrussische und tatarische Wurzeln. 1994 ist sie nach Deutschland ausgesiedelt. Jeder Mensch sollte Hoffnung in sich hegen, denn ohne Hoffnung ist der Untergang vorprogrammiert. "Wenn Du nicht fliegen kannst, renne, Wenn Du nicht rennen kannst, gehe, Wenn Du nicht gehen kannst, krieche. Was auch immer Du tust, Du musst weitermachen." (Martin Luther King) Denn nach jeder Erschwernis, folgt die Erleichterung! Falls die Erleichterung noch nicht eingetreten ist, dann ist es noch nicht das Ende! Sei positiv, lächle und zwar nicht erst, wenn der Sturm vorbei ist, sondern lächle ihm ins Gesicht, um ihn zu besiegen, glaube an Dich selbst und wisse, dass jeder Mensch auf seine Art und Weise einzigartig ist :)

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