Die Facebook-Psychologie

1

Ich bin gerade am Lernen, da fällt mir ein ich habe auf Facebook noch gar nicht gepostet, dass ich am Lernen bin. Wie doof von mir, die Leute sind bestimmt schon unruhig geworden, weil ich nichts gepostet habe. Wie kann ich das den Leuten nur antun? Also schnell posten.

fb2

Ich denke, nach 30 Minuten sind die Menschen  so begeistert, dass sie vergessen, auf „Gefällt mir“ zu drücken und mir zu zeigen, dass ich ihnen wichtig bin.

Manch einer könnte denken, dass ich schizophren bin oder nur arrogant, doch so denken die meisten Menschen, wenn sie auf Facebook posten, dass sie gerade am Lernen sind oder anderen Aktivitäten nachgehen.

Was beabsichtigen wir eigentlichen beim Posten?

Sollen die Menschen mich loben, weil ich fleißig bin oder gebe ich an, dass ich andauernd beschäftigt bin mit dem Lernen, denn ich bin ja ein beschäftigter Student…

Einer könnte ja posten „Benim icin mi okuyorsun kardesim, napak ölekmi?“

Auf Deutsch: „Du lernst für dich, was geht uns das an?“

Spätestens nach 45 Minuten denke ich jedoch, dass die Leute doch den Schock überstanden haben müssten und jetzt ein Boom von „Gefällt mir“ einsetzen wird.

Etwa nach einer  Stunde fühlte ich mich in der Lage, den Tisch umzukippen und auszurasten, wie hier auf dem Bild sehr schön zu sehen ist.

fb3

Ich bemerke endlich, dass es keine Fliege interessiert, dass ich am Lernen bin oder war oder nur so tue.

Was aber verbirgt sich hinter dem Drang nach dem Posten? Was wollen wir mit dem Posten bezwecken?

Ist es der Zwang, gemocht werden zu wollen oder etwas Besonderes zu sein? Sollen die Leute durch „Gefällt mir“ zeigen, dass sie uns mögen oder uns schätzen? Wie oft wurde schon dieses Thema durchgekaut?  Ich frage meine Leser, was möchtet ihr beim Posten bezwecken?

Bin schon gespannt und wünsche schöne Ostern!

Quelle: ITM Blog

Kommentare

Kommentare

Share.

About Author

21 Jahre und studiert Informatik an der Hochschule Trier. Seit Dezember 2012 ist er Präsident des Studierendenparlaments. Missverständnisse und Trägheit machen vielleicht mehr Irrungen in der Welt als List und Bosheit. Johann Wolfgang von Goethe

1 Kommentar

  1. Antro Pologie on

    Facebook lebt vom Mitteilungsbedürfnis der Menschen. Und jeder Mensch möchte Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit anlocken durch Mitteilen wäre dann die Formel. Das Problem, digitale Aufmerksamkeit heißt noch lange nicht, „echte“ anteilnehmende Aufmerksamkeit wie im echten Leben. Jemand, der ein echtes Anliegen, Problem postet, wird, wenn die Freunde nicht „real“ sind, keine richtige Aufmerksamkeit bekommen, das kann frustrieren. Sollte es aber nicht. Facebook sollte man nicht mehr Wert beimessen als es verdient. Es ist ein netter Zeitvertreib, man bekommt das eine oder das andere Wissen mit, oder aber auch Schabernack und Katzenfotos. Das echte Leben ist noch am Besten 🙂

Die Integrationsblogger