Die Flüchtlinge und die Frage Warum

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* Warum verlassen Millionen von Menschen ihre Heimat um in den weit entfernten Westen zu fliehen? Diese Frage wird, wenn überhaupt, meist nur nebensächlich behandelt. Wir sprechen von Wirtschaftsflüchtlingen und denken an Schmarotzer die hier her kommen um unseren Sozialstaat auszunehmen. Wir sprechen von Islamisten die nur herkommen um uns zu bekehren. Aber wir sprechen nicht von Armut, von Hoffnungslosigkeit, von Angst oder von Notständen weit entfernter Länder. Wir sprechen auch nicht davon dass wir, die wir hier im Wohlstand leben, von der Armut und der Not anderer Menschen profitieren. Wir ärgern uns darüber dass uns andere etwas nehmen wollen, vergessen aber dass wir anderen vieles genommen haben. Und nun sind sie hier. Die Menschen die aus Verzweiflung gegen Regierungen rebelliert haben mit denen wir einst Geschäfte machten. Die Menschen die dann alles verloren und um ihr Leben bangen mussten. Die Menschen die einfach nur eine Perspektive möchten und in ihrer Heimat keine finden. Nun sind sie hier und wir müssen uns endlich fragen: warum?

Die Flüchtlingskrise stimmt uns nachdenklich.

All diese Menschen zu integrieren ist keine leichte Aufgabe und stimmt viele, nicht ganz zu Unrecht, mit Besorgnis. Und mit Sicherheit werden wir auch hier an unsere Grenzen stoßen. Gleichzeitig können wir hilfesuchenden Menschen nicht einfach den Rücken zukehren. Es müssen Lösungen her. Aber wo fängt man da an? Die Grenzen schließen und die Augen gleich mit? Oder müssen wir genauer hinsehen? Nämlich dorthin wo die Menschen herkommen, und dorthin wo sie als erstes hin fliehen wenn sie Kriegsgebiete verlassen. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat zu diesem Thema auch schon ein Projekt gestartet für das der Schauspieler Tom Wlaschiha in den Libanon reiste um dort ein Video zu drehen. Wlaschiha sah sich die Lebensumstände der Syrischen Flüchtlinge im Libanon an. Denn das freundliche Nachbarland ist und bleibt die erste Anlaufstelle für Syrer die ihre Heimat verlassen müssen. Gerademal ein Bruchteil aller fliehenden Menschen kommt nach Deutschland.

Überforderte Nachbarländer

Das der Libanon mit den Fluten von Hilfesuchenden überfordert ist, liegt auf der Hand. Arbeitsplätze sind knapp, schulplätze auch. Es müssen Unterkünfte her, Nahrung, Kleidung und für viele auch ärztliche Behandlung. Die Kosten sind astronomisch. Die Not noch größer. Besonders bei den Kindern spricht man mittlerweile vom Risiko einer verlorenen Generation. Kein Wunder also, dass der Gedanke weiterzuziehen, irgendwohin wo die Kinder eine Bildung und eine Zukunft finden können, verlockend ist.
Hoffnung schenken.

Aber was wäre wenn sie diese Perspektiven Vorort hätten? Was wäre wenn wir in Schulen, in Krankenhäuser, in Ausbildungsstätten investieren würden die den Menschen in ihrem Nachbarland eine Zukunft ermöglichen würden. Würden sie immer noch den Gefährlichen Weg in die Fremde auf sich nehmen? Manche würden das vielleicht tun. Aber nimmt man sich einmal die Zeit zuzuhören und die Flüchtlinge selbst zu fragen, so wird doch eines klar; sie lieben ihre Heimat. Sie lieben das Wetter in dem sie ihre Kindheit verbracht haben. Die vertrauten Gerüche von Gewürzen und Gebäck. Den Klang des Muezzins aus den Türmen der Moscheen. Sie lieben die Menschen mit denen sie sich im Alltag unterhalten, in der Sprache die sie von ihren Müttern gelernt haben. Sie lieben den Geschmack von süßem Tee an sonnigen Nachmittagen und das Gewirr der Menschen auf bunten Märkten. Sie geben das alles auf, nicht weil sie in einem fremden für sie kaltem und hektisch verspanntem Land von Sozialhilfe leben wollen. Sie geben es auf weil sie von Gewürzen, Moscheen und Gebäck nicht leben können. Weil ihre Kinder keine Arbeit finden und ihre Zukunft chancenlos scheint. Weil ein Leben ohne Angst in der Fremde immer noch besser ist als ein Leben unter Raketen und Kampfflugzeugen im Land das man liebt. Weil ein Kind eine Bildung braucht und ein junger Mensch eine Perspektive. Die Heimat im Tausch für ein Stückchen Hoffnung. Was wäre also, wenn wir ihnen die Hoffnung in der Heimat geben könnten?


* Dies ist ein gesponserter Artikel

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