Tupac graffiti Rio de janeiro“ by marycsalomehttp://www.flickr.com/photos/marysalome/4494504367/. Licensed under CC BY 2.0 via Wikimedia Commons.

Und täglich grüßt das Murmeltier. Jeder von uns kennt das. Doch sind wir nicht selbst dafür verantwortlich?

Das Murmeltier

Jeden Tag aufs Neue zwingen wir uns aus unseren Betten, duschen, frühstücken und machen uns auf unseren Weg zur Arbeit. Während der Fahrt fluchen wir, weil der Fahrer vor uns entweder zu langsam fährt oder vor jeder Kreuzung zu abrupt abbremst. Angekommen bei der Arbeit entgegnen die Kollegen uns ein monotones und langweiliges „Moin“, mit einem aufgesetzten, gezwungenen Lächeln, oder noch besser schon am Morgen eine lange Miene. Angekommen am Arbeitsplatz und der Kaffee schmeckt ätzend. So, der Tag ist wohl gelaufen!

Wir erwarten, dass uns etwas zum Lächeln bringt. Aber wer soll das denn sein? Die Kollegen mit den gestressten, langen Gesichtern oder die genervten Kunden? Eher weniger. Und das ist nur ein banales Beispiel.

Jeden Tag rennen wir in unseren kleinen Hamsterrädchen und erwarten, dass etwas passiert, dass unsere ganzen Hirnverkrümmungen auf einmal sich in Luft auflösen. Hirnverkrümmungen sind an sich eine gute Sache, denn ohne wäre unser Hirn nutzlos, wie es in vielen Fällen so ist, denn man muss nur noch wie eine Maschine funktionieren. Wozu also noch denken? Und da wird es kompliziert.

Die Synapsen-Strategie

Doch wenn die Synapsen ihr eigenes Ding machen, einfach kein Bock haben und wir sie krampfhaft in unsere Anpassungsnorm zwingen, dann geht gewaltig etwas schief. Die Synapsen sind genauso lebendig wie wir selbst. Sie wollen gepflegt und nicht zu etwas genötigt werden. Also warum machen wir uns oft das Leben viel komplizierter als es ist? Weil wir die Synapsen vernachlässigen und erwarten von der Außenwelt, dass sie uns glücklich macht. Dabei geschieht das Ganze in uns. Wir können die schicksten Klamotten tragen, den luxuriösesten Urlaub machen, die fettesten Schlitten fahren und alles wird uns nicht glücklich machen, wenn wir unsere Synapsen nicht richtig sortieren. Wir bauen um jeder dieser einzelnen Mikrozellen eine mehrschichtige Betonmauer auf, sodass sie sich nicht miteinander verknüpfen und uns glücklich machen können.

Parallelwelt aus Sicht der Negativitätsbrille

Im Laufe unseres Lebens haben wir Erlebnisse, Erfahrungen und Eindrücke gesammelt, sowohl gute als auch schlechte. Das ist völlig normal! Das Unterbewusstsein verankert es ganz fest und vermeidet bzw. versucht uns so zu steuern, damit wir die schlechten Erfahrungen nicht möglichst nochmal erleben. So gehen wir Situationen aus dem Weg, die in auch nur einer minimalen Weise mit dem Schlechten verbunden werden könnten. Meist betrachten wir diese nur mit der negativen Brille, verzerren unser Bild und versperren uns vor neuen, vielleicht sogar wunderschönen Erlebnissen. Wir meinen aus solchen Situationen klüger geworden zu sein und in so eine Falle nicht noch mal zu tappen. In gewisser Weise stimmt es auch, doch gleichzeitig entgleitet uns etwas aus den Fingern, was rein gar nichts mit Negativität zu tun hat. Es ist nur unsere Sichtweise. Eine Parallelwelt läuft in unserem abgeblockten Hirn ab und gaukelt uns die schlimmsten Katastrophen vor.

Die rote Ampel leuchtet ununterbrochen. Wir fragen uns gar nicht, ob diese Alarmstufe Rot auch gerechtfertigt ist, wir ignorieren es schlechthin und ziehen unser Ding zu eigenen Lasten durch. Wir fragen uns gar nicht, ob wir uns täuschen könnten und machen lieber den Rückzieher. Was soll sich an unserem Leben verändern, wenn wir uns selbst nicht ändern, unsere pessimistische Haltung beibehalten, Menschen misstrauen oder gar aus unserem Leben streichen, die rein gar nichts mit den Erfahrungen zu tun haben, welche bereits weit in der Vergangenheit liegen. Wieso lassen wir unsere Vergangenheit über unsere Zukunft bestimmen? Sind wir es nicht, die bestimmen sollten? Warum lassen wir uns von unserem Unterbewusstsein und unseren negativen Erlebnissen auf den Arm nehmen? Sollten wir nicht einfach mal das Gegenteil tun, um den inneren Blockgangster mal so richtig die Meinung zu geigen?

Wir katapultieren uns selbst in die Opferrolle, versklaven unser wahres Ich. Wir haben Wünsche und Sehnsüchte, die wir aufgrund von Blockaden immer vor uns herschieben. Sätze wie „Das schaffe ich eh nicht.“, „Das ist so anstrengend.“, „Das wird eh nix.“ werden uns von dem inneren Gangster hochgeschickt. Und dann hocken wir wie ein Jammerlappen rum und lassen uns von einem imaginären Druckmacher fertigmachen. Ständig gibt es etwas zu jammern, warum wir etwas nicht schaffen können. Was soll das eigentlich? Lassen uns demotivierend beraten von wem auch immer und drehen uns im Kreis. Toll und nun? Nichts passiert. So ist es!

Der Gangster sagt „Hasta la vista Baby!“

Fange doch einfach an mit einem Lächeln zu sich selbst und fange an zu hinterfragen. Fordere den inneren Gangster heraus und frag ihn „Warum sollte ich es nicht schaffen?“, „Warum ist es so anstrengend?“, „Warum sollte es nichts werden?“, „Weshalb sollte ich nicht die glückliche Person sein?“, „Habe ich schon versucht von selbst glücklich zu sein und nicht ständig auf die äußeren Einflüsse zu achten und auf Wunder zu warten?“, „Wenn ich Lust habe, kann ich einfach rausgehen und im strömenden Regen tanzen. Punkt! Ich brauche keinen Anstandswauwau, der mir sagt, dass ich einen Regenschirm brauche. Und wenn sie alle morgens mit so einer miesen Fratze rumrennen… tja dann selbst schuld. Ich bin ab jetzt glücklich und lächle für mich selbst.“ Und siehe da, die Welt um Dich fängt an sich zu verändern.

Der Gangster kannst Du sein, der auf eine dominante Art und Weise sein Glück erlangt. Oder willst Du lieber ein Jammerlappen bleiben, der sich immer noch von den abgekoppelten Synapsen kleinkriegen lässt? Lass sie endlich spielen und sammele neue, positive Erfahrungen 🙂

Ich verabschiede mich vom langweiligen Murmeltier und begrüße ab morgen das Kamel 😛

Der Artikel erschien auch bei tatjana-rogalski.de

0%
0%
Awesome

Kommentare

Kommentare

Share.

About Author

Tatjana Rogalski

ist Co-Chefbloggerin der Integrationsblogger, hat deutschrussische und tatarische Wurzeln. 1994 ist sie nach Deutschland ausgesiedelt.
Jeder Mensch sollte Hoffnung in sich hegen, denn ohne Hoffnung ist der Untergang vorprogrammiert.
„Wenn Du nicht fliegen kannst, renne,
Wenn Du nicht rennen kannst, gehe,
Wenn Du nicht gehen kannst, krieche.
Was auch immer Du tust, Du musst weitermachen.“ (Martin Luther King)
Denn nach jeder Erschwernis, folgt die Erleichterung!
Falls die Erleichterung noch nicht eingetreten ist, dann ist es noch nicht das Ende! Sei positiv, lächle und zwar nicht erst, wenn der Sturm vorbei ist, sondern lächle ihm ins Gesicht, um ihn zu besiegen, glaube an Dich selbst und wisse, dass jeder Mensch auf seine Art und Weise einzigartig ist :)

Comments are closed.

Die Integrationsblogger