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In letzter Zeit habe ich mich viel im Bereich Fashion bewegt. Das ist Euch sicherlich nicht entgangen. Ein besonderes Thema schwebte bei mir schon länger im Hinterkopf.

Wir gehen shoppen, wenn wir Langeweile haben, etwas brauchen oder einfach nur frische Farbe in unseren Kleiderschrank reinbringen wollen. Und dann denke ich mir, okay wir achten soviel auf das Essen, dass es islamisch korrekt oder halal ist, wobei das für mich auch ein umstrittener Begriff in dem Sinne ist, weil nämlich nicht überall wo das Wort halal drauf steht, auch wirklich halal drin ist. Fangen wir mit der Wurst an. Wenn ich die ganzen E’s auf der Rückseite der Verpackung sehe, wird mir schlecht und dann überlege ich 2 Mal, ob ich diese Wurst, die doch mit halal gekennzeichnet ist, auch kaufe.

Meine Frage: Was ist bitte halal an krebserregenden Stoffen, die die Wurst durch den Verzehr in unseren Organismus befördert? Sorry, aber von dieser Wurst halte ich Abstand. Ein Grund warum ich mich mittlerweile vor Wurst ekle. Und wenn ich doch schon mich als Muslima bemühe so bewusst wie nur möglich zu leben, ist es dann nicht eine Doppelmoral, wenn ich Kleidung kaufe, ohne zu wissen was der tatsächliche Preis dieser Kleidung ist? Wir rennen durch die Läden, weil es da so viele Schnäppchen gibt und hauen uns die Taschen voll, bis sie überquellen. Wir achten oft nicht auf das was in unserer Shoppingtasche landet. Doch wo bleibt hier der Begriff halal? Weil es ein Stoff ist, spielt es keine Rolle wie dieses Produkt zustande gekommen ist? Auch ich habe Kleidung in meinen Schrank und habe auch nicht darauf geachtet, wie es hergestellt wird und woraus. Jedoch staut sich der Ekel auch hier. Ist es nicht eine Doppelmoral, wenn man versucht und sich abmüht islamisch zu leben und dabei durch einen Kauf Unternehmen unterstützt, die ihre ArbeiterInnen ausbeuten und dass sogar ArbeiterInnen ihr Leben dafür hergeben müssen, nur damit wir ein billiges Teil auf unserem Kopf, um den Hals oder sonst wo tragen? Ich finde schon. Deshalb habe ich mich angefangen mit dem Thema „fair fashion“ zu beschäftigen. Es gibt viel zu lesen und zu erforschen, aber ich habe mich entschlossen nun diesen Weg zu gehen. Wohin mich dieser Weg führt, weiß ich nicht, aber genau das ist das Spannende. Und ich finde auch wenn man sich die Kleidung evtl. nicht leisten kann, dann kann man zumindest sein Handeln überdenken und zumindest lieber weniger kaufen, dafür aber auch noch bessere Qualität für den Preis erwerben und auch sein Kaufverhalten besser in den Griff kriegen. Zumindest kann man einen guten Mix aus beiden kombinieren. Und auch in Lebensmitteln kann man die „Gefahr“ nicht völlig ausschließen, aber zumindest sich bemühen.

Nun habe ich mir vorgenommen die Marken, bei denen ich oft Artikel erwerbe unter die Lupe zu nehmen. Als erster habe ich H & M nach Auskunft gefragt.

Meine Anfrage an H&M:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich bin langjährige Kundin und jedes Mal, wenn mir solche Artikel vor die Augen kommen, muss ich in mich gehen.
Dies mal würde ich gerne von Ihnen hören, was Sie zum Artikel „Shopping tötet“ sagen:

Vielen Dank im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen

Tatjana Rogalski

Antwort von H&M:

Hallo Tatjana,

der Film wirft wesentliche Fragen für die Modeindustrie auf, die H&M als sehr wichtig erachtet. Wir haben bereits wichtige Maßnahmen ergriffen, um die berechtigten Anliegen anzugehen. Wir sind weltweit einer der größten Abnehmer von Bio-Baumwolle und unser Ziel ist, bis 2020 unsere gesamte Baumwolle aus nachhaltigeren Quellen zu beziehen. Wir haben begonnen, ein geschlossenes Kreislaufsystem zu schaffen, das uns erlaubt, aus alter Kleidung wieder neue Mode zu machen und infolgedessen weniger an natürlichen Ressourcen unseres Planeten zu verbrauchen. Außerdem arbeiten wir intensiv daran, in den Entwicklungsländern die Armut zu bekämpfen und die Lebensbedingungen der dort lebenden Menschen zu verbessern. Um dies zu erreichen, haben wir unter anderem die einzigartige Fair Living Wage Roadmap entwickelt, die 850.000 Textilarbeitern – vor allem Frauen – zugutekommen wird. Mehr Informationen zu unserer umfangreichen Nachhaltigkeitsarbeit findest du hier http://about.hm.com/de/news/newsroom/news.html/de_de/hm_ueber_den_true_cost_film.html.

Nun, jetzt seid Ihr gefragt. Über Eure Kommentare und Anregungen freue ich mich sehr.

Dieser Beitrag erschien auch bei tatjana-rogalski.de

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About Author

Tatjana Rogalski

ist Co-Chefbloggerin der Integrationsblogger, hat deutschrussische und tatarische Wurzeln. 1994 ist sie nach Deutschland ausgesiedelt. Jeder Mensch sollte Hoffnung in sich hegen, denn ohne Hoffnung ist der Untergang vorprogrammiert. "Wenn Du nicht fliegen kannst, renne, Wenn Du nicht rennen kannst, gehe, Wenn Du nicht gehen kannst, krieche. Was auch immer Du tust, Du musst weitermachen." (Martin Luther King) Denn nach jeder Erschwernis, folgt die Erleichterung! Falls die Erleichterung noch nicht eingetreten ist, dann ist es noch nicht das Ende! Sei positiv, lächle und zwar nicht erst, wenn der Sturm vorbei ist, sondern lächle ihm ins Gesicht, um ihn zu besiegen, glaube an Dich selbst und wisse, dass jeder Mensch auf seine Art und Weise einzigartig ist :)

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