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Man kann seinen Horizont nie weit genug erweitern. Der Wunsch nach Wissen von der Vielfalt ist so unendlich, wie die Gewässer der Ozeane. Durch die Ereignisse der zufälligen Kausalitätskette bin ich auf den Dokumentarfilmer und Fotografen Adill Khan gestoßen. Auf Anhieb fand ich seine Bilder auf Instagram interessant und inspirierend. Die Farben dieser Welt strahlen sie mit großer Aussagekraft aus. Seine Arbeit machte mich neugierig, also bat ich ihn uns etwas mehr von sich und seiner Arbeit zu erzählen.

IB: Bist Du in Norwegen geboren?

Adill Khan:  Ja, ich bin in Oslo, Norwegen am 4. Dezember 1991 geboren.

IB: Kannst Du uns etwas über Pakistan in einer paar Sätzen erzählen, was Du besonders toll findest?

Adill Khan: Nun, ich bin hier in Norwegen geboren und aufgewachsen. Einiges hatte ich immer mit  Pakistan gemein.  Vor allem den Kulturmix. Praktisch ist die pakistanische Kultur eine schöne Mischung aus Punjabi, Sindhi, Pathan, Baluchi, Barohi, Seraiki und der Kashmiri-Kultur. Die Menschen mit ihren Gemeinsamkeiten erkennt man als Pakistanis an. Das ist bewundernswert und Mainstream zugleich, auch die Bruderschaft und ihre Wechselwirkung sollte gelobt werden. Und die Unschuld der Frau ist sehr fesselnd.

Aber am wichtigsten ist seine kritische, demokratische und religiöse Bedeutung in der Welt. Auch die strategische Bedeutung gegen den Terrorismus. Ein Land fähig genug, um die stärkste Nation zu sein, ist nicht nur brutal von internen Auseinandersetzungen zerstört, sondern vor allem international.

IB: Drehst Du überwiegend Dokumentarfilme?

Adill Khan: Ja, die meiste Zeit. Aber manchmal gibt es Barrieren, die man überspringen muss, und um zu springen, muss man die geeignete Position finden. Haha! Philosophiere ich viel? Wenn ich arbeiten möchte, warte ich manchmal auf die Gelegenheit bis das Interesse an bestimmten Themen aufkommt, um diese entsprechend zu fördern. Manchmal habe ich Glück, aber manchmal dauert es Wochen. Ehrlich gesagt, ich kann nicht einfach warten, was für mich funktioniert. Ich kann einfach nicht jeden Tag verschwenden. Und jeder Tag, an dem ich nicht arbeite, fühlt sich wie ein verlorener Tag an. Also, um meinen Tag sinnvoll zu nutzen,  tue ich andere Dinge, wie sinnvolle und ethische Fotos zu machen und zu zeigen, wie schön diese Welt und die Menschen sind.

Ich unterrichte auch an einer High School und arbeite in einem Jugendhaus, wo ich auf Jugendliche aus verschiedenen Rassen, Religionen und Nationen stoße und versuche diese zu inspirieren. Ich helfe ihnen, die Arbeitsplätze von ihrem Interesse zu finden und die Vielzahl von Möglichkeiten zu nutzen.

IB: Machst Du das hauptberuflich oder als Hobby?

Adill Khan: Es ist mein Hobby und meine Arbeit. Lassen Sie mich Ihnen erklären, wie ich denke. Wenn etwas Ihr Hobby, aber nicht Ihre Arbeit ist, dann sind Sie nicht leidenschaftlich genug, um ein Talent auszuschöpfen. Wenn es nur Ihr Hauptwerk, aber nicht Ihr Hobby ist, tut es mir leid zu sagen, denn dann haben Sie sich noch nicht gefunden. Daher ist es sowohl meine Leidenschaft als auch meine Hauptarbeit. Ich meine, ich mache auch andere Tätigkeiten als diese Dinge, aber das sind dann nur Nebenarbeiten .

IB: Wie kam der Entschluss, Filme zu drehen?

Adill Khan: Dokumentationen filmen war schon immer meine Leidenschaft, oder zumindest seit ich mich erinnern kann. Ich wusste, was ich zu tun, zu geben habe und was ich wollte. In vielen Dingen sah ich die Medien so fixiert und porträtiert gegen eine Rasse, Nation und Gemeinschaft zu richten, auch wenn die Wahrheit immens und gründlich sichtbar war. Ich wusste, ich muss mit dem Zweck zusammenarbeiten, um die Wahrheit ans Tageslicht der Welt zu bringen. Unsere Jugendlichen müssen beide Seiten der Geschichte sehen, ganz gleich welches Thema es ist. Ich begann mit den Dreharbeiten im Jahre 2013. Das war mein erstes offizielles Projekt. Das Projekt, das mir die Kraft, die ich brauchte gab, das Feuer meiner Leidenschaft zu erleuchten. Zu diesem Zeitpunkt war ich in dem vorletzten Jahr meines Bachelor-Abschluss in Journalismus.

IB: Wie lange dauert im Schnitt der Dreh eines Films?

Adill Khan: Das ist enorm abhängig von der Feinheit des Projektes, seiner Anforderung und Notwendigkeit. Das erste Projekt über das Thema „Bettlermafia “ dauerte 12 Monate. Die Dreharbeiten fanden in Pakistan statt, und weitere zwei Monate brauchte ich für die Bearbeitung und Beschriftung von Untertiteln . Der Dokumentarfilm, an dem ich derzeit arbeite, dauert nun über ein Jahr an und es wird noch länger brauchen.

IB: Drehst Du die Filme eigenständig oder im Team?

Adill Khan: Ich filme auf eigene Faust, denn das ist meine persönliche Arbeit. Die Dreharbeiten sind nicht für einen TV-Sender, für Regisseuren oder Produzenten, die einen Anteil daran haben. Aber wenn ich es dann doch tue, dann habe ich in der Regel ein Team, eine Jury der Diskussion, einen Assistenten, Übersetzer usw. usw.

IB: Hast Du etwas Spezifisches studiert oder hast Du als Quereinsteiger angefangen?

Adill Khan:  Wie bereits erwähnt, appellierte etwas an mir in einer ehrgeizigen Art und Weise, immer weiterzumachen bis zur Spitze des Bergs.

Gleich nach der Highschool, wusste ich, was ich brauchte, um Wissen in der benötigten Gewandtheit und Geschicklichkeit zu suchen.

IB: Hast Du bestimmte Themengebiete oder bist Du da flexibel?

Adill Khan: Gut, momentan mache ich einen Dokumentarfilm über einen extremistischen „Islamisten“, Namens Ubaydullah Hussain.

Arslan Ubaydullah Maroof Hussain (geboren 1985) ist ein Islamist aus Oslo, Norwegen, der der ehemalige Sprecher der Gruppe Pretense Ummah war. Er ist in einer Familie pakistanischer Herkunft in Bjerke, Oslo, geboren. Hussain war ein aktiver Eishockey-und Fußballspieler mit Hasle-Løren IL vor seinem Engagement bei Pretense Ummah. Ich habe ihn während eines Jahres begleitet, reiste mit ihm nach London und Kopenhagen, Dänemark, um über seine Perspektive, Auslegung und Umsetzung des Koran in seinem Leben und wie auch seine Ansichten über den Angriff in Dänemark, wie er die Muslime und wie er den Rest der Welt aus der Sicht eines Terroristen sieht.

IB: Was kannst Du für Dich als Nutzen aus Deinen Filmen ziehen? Ist es eine Bereicherung für Dein Leben?

Adill Khan:  Ich weiß nicht, was die Vorteile genau sind, aber jedes Mal, wenn ich zum Schluss eines Dokumentarfilms oder eines Projektes komme, gibt es mir die ganze Zufriedenheit, sodass ich weitermachen muss, was ich tue. Und vor allem am Liebsten auf die Krone des Stolzes des eigenen Namensschild zu schauen. Es ist einfach zu spektakulär und phänomenal. Ich schwöre, es ist ein überragendes Gefühl. Und ist das nicht alles, was wir alle brauchen? Der Stolz, die Selbstzufriedenheit und die Anerkennung von unseren Lieben. Es ist grundlegend und in der Tat eine Bereicherung meines Lebens.

IB: Was könntest Du Deinen Mitmenschen auf den Weg mitgeben in Bezug auf ihren Beruf?

Adill Khan:  Wenn überhaupt, dann würde ich ihnen sagen, dass es nie zu spät ist, um Ihre Träume zu verfolgen, zu laufen, jetzt laufen und laufen zu Ihrer Begeisterung und Besessenheit. Und nicht mehr stehen bleiben, bis Sie fliegen lernen und dann nie aufhören zu fliegen. Es ist nicht in Ordnung, nur ein Teil zu sein, von jemand anderes Story. Es ist wichtig, dass die anderen ein Teil ihrer eigenen Story sind.

IB: Du hast einen Film über einen norwegischen Islamisten, der nach zwei Jahren Gefängnis in Pakistan zurückkehrte, gedreht. Die Polizei hat Dir die Sticks der Aufnahmen beschlagnahmt. Hat es denn zum Schluss noch geklappt?

Adill Khan: Es ist das gleiche Projekt, das ich bereits erwähnt habe. Ein Dokumentarfilm über einen extremistischen „Islamisten“, genannt Ubaydullah Hussain. Es ist immer noch in Arbeit, aber bald inshallah wird es fertig!

Nun, die Memorysticks wurden von der Polizei in Beschlag genommen. Ich hatte ein Gerichtssitzung von Ubaydullah Hussain aufgezeichnet. Das war eigentlich legitim. Auch wenn es mein Recht ist, den Memory-Stick nicht zu übergeben, konnte ich in dem Moment nicht leugnen, dass ich die Aufnahmen gemacht habe und überreichte ihnen somit die Speichersticks. Zu meinen Lasten, musste die Polizei diese beseitigen.

Allerdings ist mein Projekt noch sehr gut intakt, und reichlich an Information, um eine Bedeutung zu haben.

Danke Dir Adill!

Englisch-Interview mit Adill Khan

Dieser Beitrag erschien auch bei www.tatjana-rogalski.de

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About Author

Tatjana Rogalski

ist Co-Chefbloggerin der Integrationsblogger, hat deutschrussische und tatarische Wurzeln. 1994 ist sie nach Deutschland ausgesiedelt.
Jeder Mensch sollte Hoffnung in sich hegen, denn ohne Hoffnung ist der Untergang vorprogrammiert.
„Wenn Du nicht fliegen kannst, renne,
Wenn Du nicht rennen kannst, gehe,
Wenn Du nicht gehen kannst, krieche.
Was auch immer Du tust, Du musst weitermachen.“ (Martin Luther King)
Denn nach jeder Erschwernis, folgt die Erleichterung!
Falls die Erleichterung noch nicht eingetreten ist, dann ist es noch nicht das Ende! Sei positiv, lächle und zwar nicht erst, wenn der Sturm vorbei ist, sondern lächle ihm ins Gesicht, um ihn zu besiegen, glaube an Dich selbst und wisse, dass jeder Mensch auf seine Art und Weise einzigartig ist :)

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