Homo Facebookiensis

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Es geht um die Spezies „Homo Facebookiensis“ von der Gattung „Digitalicus“. Nach der Radiobitdatierung sind ihre Wurzeln bis etwa 2004 nach Christus zurückzuverfolgen. Der Ursprung dieser Spezies liegt in den heutigen Vereinigten Staaten von Amerika, ein bisschen nordöstlich der Appalachen um genau zu sein. Die Ernährung findet heutigen soziologischen Analysen zufolge über die Sinnesorgane Auge und Ohren statt. Die Angehörigen dieser Gattung sind Schreiber und Poster. Also kann man sie unter gewissen Voraussetzungenmit den früheren Jägern und Sammlerngleichsetzen. Jedoch sind ihre Hieroglyphen oft noch immer nicht ganz entziffert und müssten noch näher unter die Lupe genommen werden.

Die Semi-Eigenschaften der Homo Facebookiensis zeichnen sich vor allem durch ihre Offenheit gegenüber dem Instrument Computer aus, sie sind abenteuerlustig in den Wälder des digitalen Facebooklandes, offenbaren solidarische Hilfsbereitschaft durch Teilen von Informationen zur eigenen Persönlichkeit, zeigen aber auch Abhängigkeit von Anerkennung und Zuneigung innerhalb der virtuellen Freundschaften, Neugier gegenüber irrelevanten, nichtsnutzigen Informationen, Verbreitung von Unwahrheiten, um die eigene Popularität zu steigern, verschwenderischen Umgang mit dem wertvollen Element „Zeit“ durch Spielen und Versenden von Einladungen, um Punkte zu gewinnen, gelegentlich Präsentation des eigenen „Ichs“ durch Verzerrung der Wahrheiten, Selbstverleumdung oder Selbstinszenierung als Dichter, Genies oder Agenten.

Sozialverhalten des Homo Facebookiensis

Die Angehörigen der Gattung Homo Facebookiensislassen sich natürlich abgesehen von den negativ konnotierten Eigenschaften in verschiedene Gruppen einteilen: Die erste Gruppe ist sich sehr stark dessenbewusst, wie sehr die Lebensweise des Schreibens und PostensDritten zugutekommt und vermeidet daher, intime Informationen zu teilen. Die zweite Gruppe ist schon etwas offenherziger, aber lebt ihr Leben mit gewisser Kontrolle aus. Dann gibt es aber auch – erstaunlich, aber wahr – die Hippies unter der Gattung der Homo Facebookiensis. Hier zählen keine Gesetze mehr und sie entfalten sich frei, ganz wie ihr Herz es begehrt.

Dann gibt es noch die Gruppe der Facebookiensis-Emos.Unter ihren Angehörigen findet schon ein virtueller Krieg statt. Aus diesem sollte man sich raus halten. Eine weitere Gruppe ist leider aus unerklärlichen Gründen in gewissen Aspekten zurückgeblieben,entzweigt sich von den Homo Facebookiensis und wird unter dem Begriff „Neo-Neandertaler“ zusammengefasst. Kein Kommentar.

Wie in jeder Gesellschaft von Spezies gibt es auch bei den Homo Facebookiensis Krankheiten, die akut auftreten, aber auch chronische Folgen haben können. Die Facebookiologie beschäftigt sich mit der Psychologie und den psychosomatischen Einflüssen auf den Homo Facebookiensis während des Schreibens und Postens.

Morbidität und Anamnese

Die Suchtgefahr und das Auftreten von Narzissmus sind sehr hoch. Zudem wird die Dauer der investierten Zeit im Facebookland zumProblem. Leider ist momentan nicht sehr viel erforscht worden, was durch die Sinneseinflüsse im Gehirn mittels Dopamin und Serotonin passiert.  Desweiteren erlebt derFacebookiensis Gefühlsschwankungen durch sogenannten pathogene „Likes“. Dabei wirkt die Anzahl der Likes  proportional und löst so durch ihr Ansteigen euphorische Gefühlsentwicklungen aus.

Doch sind die Erwartungen zu hoch und die Folgen davon werden von vielen unterschätzt. Die Ärzte haben es eigentlich leicht bei den HominesFacebookiensis, denn sie haben ein Hilfsmittel zur Anamnese, im Volksmunde auch die „Chronik“ genannt. Anhand des Verlaufs kann man Prognosen aufstellen und präventiv dagegen handeln.

Nichtdestotrotz ist die Population der Gattung Homo Facebookiensis rasant gestiegen und konkurriert mit Indien und China. Sie produzieren so viel „Junk“ und „Elektrosmog“ wie kein Anderer. Also eigentlich sind sie ein Fall für ein weiteres Kyoto-Protokoll.

Aussterben werden Sie sicher nicht, sich sogar eher noch vermehren. Sind Sie eigentlich auch schon ein Homo F…?

 

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Interesse an vieles mit einer anderen Perspektive an Ereignissen. Naturwissenschaftler.

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