Ich kann es nicht mehr sehen

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Ich bin wie gelähmt und ich kann keine Nachrichten mehr sehen, hören oder riechen. Jedes Mal, wenn ich ins Auto steige und das Radio anspringt lausche ich mit einem unguten Gefühl im Magen.

Ich fühle mich nicht wohl

Gibt es wieder Berichte über den Terror? Hat sich wieder einer in die Luft gejagt, ist wieder einer in eine Menschenmenge gerast? In eine Menschenmenge voller unschuldiger Menschen oder Kindern? Schläft ein ganzes Land die ganze Nacht über nicht, weil das Volk versucht einen Putsch zu verhindern? Ich kann es nicht mehr sehen. Ich fühle mich nicht mehr wohl.

Ignoranz löst die Anziehungskraft des Schlechten noch mehr aus

Eine Zeit lang habe ich versucht die Nachrichten zu ignorieren. Und dennoch kriege ich das Meiste sowieso mit, sei es durch Gespräche, durch Facebook oder durch unzählige andere Wege. Mein Inneres schreit „Nein, nein, ich will es nicht mehr hören!“ Und die Nachricht rast auf mich zu und erschlägt mich, nimmt mich mit wie der Sog eines Tsunamis. Es scheint so, als ob die Welt sich nur noch um Nachrichten drehen würde. Ich dreh mich weg und die Nachricht rennt auf mich zu. Ob wir wollen oder nicht, sie holt uns ein, diese schlechte Nachricht.

Selbstsüchtigkeit ist ein missverstandener Begriff

Es deprimiert mich und ja es klingt irgendwo auch selbstsüchtig. Doch jeder Mensch möchte der Welt oder zumindest seiner nahen Umgebung etwas geben und wie soll ich es, wenn ich selbst down bin aufgrund dieser Nachrichten? Als einzigen Ausweg sehe ich nur sich komplett zu isolieren, sich von der Welt zurückziehen. Doch will ich das? Nein, denn das wäre nicht ich und es hilft wenig.

Hirn ausschalten schadet

Was wäre die Lösung? Abstumpfen? Das Hirn ausschalten? Die Augen verschließen? Sich den oberflächlichen Dingen zuwenden?

Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass es alles nichts bringt als sich aufzurichten und weiter zu machen wie bisher, dabei sich selbst ein dickeres Fell zuzulegen und die Geschehnisse an sich nicht zu sehr heranzulassen. Es ist schlimm ja und die Finsternis nimmt immer mehr zu. Dennoch nützt kein einzelner von uns den Menschen um uns herum, wenn wir jetzt in Trauer versinken und uns zurückziehen. Ich sage: Jetzt erst recht! Was sagst Du?

Dieser Beitrag erschien auch bei tatjana-rogalski.de

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About Author

Tatjana Rogalski

ist Co-Chefbloggerin der Integrationsblogger, hat deutschrussische und tatarische Wurzeln. 1994 ist sie nach Deutschland ausgesiedelt. Jeder Mensch sollte Hoffnung in sich hegen, denn ohne Hoffnung ist der Untergang vorprogrammiert. "Wenn Du nicht fliegen kannst, renne, Wenn Du nicht rennen kannst, gehe, Wenn Du nicht gehen kannst, krieche. Was auch immer Du tust, Du musst weitermachen." (Martin Luther King) Denn nach jeder Erschwernis, folgt die Erleichterung! Falls die Erleichterung noch nicht eingetreten ist, dann ist es noch nicht das Ende! Sei positiv, lächle und zwar nicht erst, wenn der Sturm vorbei ist, sondern lächle ihm ins Gesicht, um ihn zu besiegen, glaube an Dich selbst und wisse, dass jeder Mensch auf seine Art und Weise einzigartig ist :)

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