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Die Hauptakteure sind Jürgen Todenhöfer, Frederic Todenhöfer und sein alter Schulfreund Malcolm (Name wurde geändert). Das Buch beschreibt die Reise im Dezember 2014 der Drei in den »Islamischen Staat« und deren Erlebnisse und Eindrücke. Jürgen Todenhöfer macht sich zunächst online auf die Suche nach IS-Kämpfern, um mit ihnen in Kontakt zu treten und die Reise zu organisieren. Sein Sohn unterstützt ihn dabei. Dabei traf er auf den IS-Kämpfer Abu Qatadah. Der war früher ein »… protestantischer Christ, ein ›Urdeutscher‹ mit deutschen Eltern und Großeltern« (S. 72). »Er stammt aus dem Rhein-Ruhr-Gebiet« (S. 73), der Stadt Solingen. Die Gespräche führt der Autor im September 2014. Todenhöfer möchte als Absicherung ein Schreiben vom »Islamischen Staat« haben, damit sie während des Aufenthaltes abgesichert sind, dass ihr Leben geschützt ist. Dieses Schreiben erhalten sie tatsächlich.

Im Dezember 2015 reisen sie dann tatsächlich. Der IS sorgt für alle notwendigen Vorkehrungen.

Zentral hierbei sind die Schilderung des »Islamischen Staates« und das Leben der Menschen darin. Die Gefahren und die Mächtigkeit sowie die Gründe der IS-Kämpfer aus verschiedenen

Ländern dorthin zu gehen, werden erläutert. Der Höhepunkt ist der Besuch in Mosul, wo 400 IS-Kämpfer 25000 irakische Soldaten und Polizisten in die Flucht getrieben hatten.

Jürgen Todenhöfer muss immer wieder während des Aufenthaltes auf die Abmachungen bestehen, unter anderem auch auf den Besuch der Stadt Mosul. Im Verlauf der Reise erleben sie die Grausamkeit des IS hautnah. Zum Schluss werden sie, wie mit dem IS abgemacht, zur Grenze der Türkei gebracht, welche sie schließlich sicher überqueren. Todenhöfer vermittelt durch die Reportage die Gefühlslage und die Grausamkeit während des Aufenthaltes im IS.

Atmosphäre eines Terrorstaates

Mit den Aufzeichnungen möchte er aufzeigen, dass der Islam mit dem IS nichts gemein hat.

Todenhöfer versteht es, die Atmosphäre im IS zu übermitteln, damit wir, die Leser, nachempfinden können, wie der Alltag dort ist. Durch Sätze, wie »Mir bleibt fast das Herz stehen: Der Henker, der James Foley und wohl auch noch andere enthauptet hat, soll unser Aufpasser sein?« (S. 199), »Wenn sie keine Reue zeigten, erwartet sie das Todesurteil.« (S. 203) oder »Wir fahren wieder an dem Platz vorbei, an dem der IS manchmal abgeschlagene Köpfe zur Schau stellt.« (S. 205), vermittelt er die Grausamkeit des IS bzw. der einzelnen IS-Kämpfer.

Die Sprache, die der Autor verwendet, ist sehr einfach und jugendorientiert. Es ist

nahe liegend, dass die Sprachwahl deshalb so gewählt wurde, da sehr viele Jugendliche in den

Islamischen Staat gehen und somit für Aufklärung gesorgt werden soll.

Er verwendet kurze und prägnante Sätze, die sehr leicht zu verstehen sind. Fremdwörter vermeidet er, um der Leichtigkeit der Sprache keine Schwere zu verleihen, damit die Jugendlichen auch leichteres Verständnis empfinden und das Sachbuch nicht während des Lesens aus Langeweile lieber weglegen. Das Sachbuch »Inside IS – 10 Tage im islamischen Staat« zeigt sehr lebhaft die Realität im IS. Ebenfalls beschreibt es den Alltag eines Terroristen und den Werdegang dieser. Jürgen Todenhöfer entführt den Leser in die Welt des IS, sodass die Leser das Gefühl erhalten mitten in dieser Grausamkeit anwesend zu sein.

Allerdings sind die enthaltenen Fakten bereits bekannt und somit stellen somit keine wirklich neue Information dar, die der Leser sich wünscht.

Für Leser, die sich genau in dieses Geschehen hineinversetzen möchten, ist es empfehlenswert. Für diejenigen, die sich etwas mehr Insiderinformationen erhoffen, ist es nicht zu empfehlen. Das war bei mir leider der Fall.

Es ist allerdings für Leser zu empfehlen, die Angst vor dem Islam an sich haben, da das Buch noch mal bewusst macht, dass der Islam eine barmherzige Religion ist und Welten zwischen dem IS und der wirklichen Religion liegen.

Das Sachbuch »Inside IS – 10 Tage im Islamischen Staat« von Jürgen Todenhöfer erschien im Jahr 2015 beim Verlag C. Bertelsmann, München in der Verlagsgruppe Random House GmbH.

Dieser Beitrag erschien auch bei tatjana-rogalski.de

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About Author

Tatjana Rogalski

ist Co-Chefbloggerin der Integrationsblogger, hat deutschrussische und tatarische Wurzeln. 1994 ist sie nach Deutschland ausgesiedelt. Jeder Mensch sollte Hoffnung in sich hegen, denn ohne Hoffnung ist der Untergang vorprogrammiert. "Wenn Du nicht fliegen kannst, renne, Wenn Du nicht rennen kannst, gehe, Wenn Du nicht gehen kannst, krieche. Was auch immer Du tust, Du musst weitermachen." (Martin Luther King) Denn nach jeder Erschwernis, folgt die Erleichterung! Falls die Erleichterung noch nicht eingetreten ist, dann ist es noch nicht das Ende! Sei positiv, lächle und zwar nicht erst, wenn der Sturm vorbei ist, sondern lächle ihm ins Gesicht, um ihn zu besiegen, glaube an Dich selbst und wisse, dass jeder Mensch auf seine Art und Weise einzigartig ist :)

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