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Donner Kebab, Cologne, Germany (1057919169)“ von Alex Kehr from Malibu, United States – Donner Kebab, Cologne, Germany. Lizenziert unter CC BY 2.0 über Wikimedia Commons.

„Ist das nicht ein wunderschönes Gefühl über alles Bescheid zu wissen? Wie der vollkommene Markt? Total transparent? Wir sind stets up to date. Alle Informationen fliegen uns zu. Uns wird alles dermaßen erleichtert. Wir brauchen nur noch mit dem Finger schnipsen und wups ist alles da. Die tollsten Angebote flattern sogar bis vor die Tür. Wir brauchen nur reinzuschauen. 10 % Rabatt hier,  20 % Vergünstigung da und wuhuuuuu: hier noch mal 70 % auf bereits reduzierte Artikel. Oh schau mal, da kriegst du sogar 10 Euro Gutschein ab einem Einkaufswert von 50 Euro. Haha, na dann los. Nix wie zuschlagen. So ein Angebot kommt bestimmt nicht bald wieder.

Ich wollte doch noch nach Kaufland. Da war so ein tolles Angebot für Kaffeepads. Markenschokolade war auch etwas günstiger. Warte mal ich muss noch mal die Whatsapp-Nachrichten checken, vielleicht kam ja gerade etwas Wichtiges. Die E-Mails muss ich auch noch mal überprüfen, die auf Hotmail, Google, Yahoo und warte, die auf ICloud muss ich auch noch überfliegen. Ach vielleicht hat ja da noch einer bei Facebook was geschrieben. Boah was ist das denn? Das Video muss ich mir eben anschauen. Ich muss mal eben noch den Messenger aufrufen. Sind bestimmt wieder Nachrichten dabei. Die Kommentare muss ich gleich auch noch mal checken. Twitter darf ich auch nicht vernachlässigen. War da nicht irgendwo ein Angebot für Tee? So ein Lecka Schmecka Früchtetee? Muss ich gleich noch mal im Prospekt nachschlagen. Bei dem Wetter passt es ja so toll. War glaube ich bei Netto. Muss ich mal gucken. Der Briefkasten muss auch noch schnell nach der Arbeit geleert werden. Da gibt es bestimmt wieder tolle Angebote von der Bank. Ja, ich wollte mir doch einen neuen Smartphone holen. Da kann ich das Angebot bestimmt gerade jetzt zu einem Supertarif ausnutzen. Gerade jetzt wo die Zinsen so niedrig sind.“

Kettenreaktion aus Informationen

Ist das nicht toll? Oder verschwindet nach und nach die Übersicht? Wollen wir diese Übersicht haben? Wollen wir alles wissen? Können wir die ganzen Informationen in uns stetig aufsaugen, wie ein Super-Dyson-Staubsauger? Oder wird unser Hirn derartig vollgemüllt, dass wir wieder mal die wirklich wichtigen Dinge vergessen?

„Aber uns wird doch das Leben so drastisch vereinfacht. Alles ist kinderleicht. Wir brauchen nur die richtige Anlaufstelle zu finden und zu zahlen. Ach ist das herrlich. Kauf mal hier und da und zack ist das Leben so viel leichter. Toll! Doch warte mal lass uns eben die 1000 Angebote vergleichen. Welche Website war das noch mal?“

Tag für Tag strömen von allen Seiten, sei es das Radio, der Fernseher, der Briefkasten, das Handy etc., Informationen ein. Dabei wissen wir doch, dass das menschliche Hirn drastisch aussortiert und bei Überlastung streikt.

Mit der stetigen Reizüberflutung und Informationstsunamis kapitulieren unsere grauen Zellen und haben einfach keinen Bock mehr alles zu wissen. Sie wollen dann nichts mehr wissen. Allein das Aussortieren der zahlreichen Informationen nimmt so viel Zeit in Anspruch, die man sinnvoller investieren könnte. Doch sollen wir uns jetzt gar nicht mehr informieren, damit unser Hirn entspannt bleibt? Die Folge ist Isolation aus der „Außenwelt.“ Man ist so zusagen „zurückgeblieben“, wenn die Informationen nicht mehr auf dem letzten Stand sind.

Doch das Aussortieren bleibt leider nicht aus, wenn man dem allem noch standhalten will. Da fängt man damit an, keine kostenlose Werbung oder Zeitung erhalten zu wollen, und trotzdessen erhält man sie, da der Zeitungsjunge seine Ladung loswerden will und ebenfalls unter Druck steht oder einfach keine Lust hat länger auszuteilen.

Der Zeitungsträger ignoriert schlechthin den Aufkleber „Bitte keine Werbung.“ Na gut dann landet der gesamte Wald halt wieder in der Altpapiertonne. Wat solls?

Der nächste Schritt die Spammails oder Werbemails einfach ignorieren, bis das Postfach in allen Accounts über 10.000 ungelesene E-Mails aufweist.

Letztendlich esse ich doch Döner

Mir egal. Mich stören die 10.000 Mails und was weiß ich was nicht mehr. Ihr könnt ja fleißig Eure Emails schreiben, die ich eh nicht lesen werde oder für die Klatschartikel und Sparangebote abmühen, die ich sowieso ignoriere, wie Ihr meinen Wunsch nach Ruhe und Entspannung auch. Und mein Hirn widmet sich nun wieder den sinnvollen Dingen.

Ich geh jetzt lieber Döner essen. Äußerst überschaubar! Und ich werde mich auch nicht durch die Menükarte zwingen, sondern einfach nur einen stinknormalen Döner mit Zwiebel und ganz viel Tzatziki bestellen. 😉

Dieser Artikel erschien auch bei tatjana-rogalski.de

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About Author

Tatjana Rogalski

ist Co-Chefbloggerin der Integrationsblogger, hat deutschrussische und tatarische Wurzeln. 1994 ist sie nach Deutschland ausgesiedelt. Jeder Mensch sollte Hoffnung in sich hegen, denn ohne Hoffnung ist der Untergang vorprogrammiert. "Wenn Du nicht fliegen kannst, renne, Wenn Du nicht rennen kannst, gehe, Wenn Du nicht gehen kannst, krieche. Was auch immer Du tust, Du musst weitermachen." (Martin Luther King) Denn nach jeder Erschwernis, folgt die Erleichterung! Falls die Erleichterung noch nicht eingetreten ist, dann ist es noch nicht das Ende! Sei positiv, lächle und zwar nicht erst, wenn der Sturm vorbei ist, sondern lächle ihm ins Gesicht, um ihn zu besiegen, glaube an Dich selbst und wisse, dass jeder Mensch auf seine Art und Weise einzigartig ist :)

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