Showing 1 of 1

Lachen heitert uns auf, macht unser Leben leichter und dazu stärkt es auch unser Immunsystem durch das Ausschütten der Glückshormone. Der Begriff »Integration« wird oft als negativ angesehen. Ich verbinde ihn allerdings mit Freude. Darum ist mein Motto: Integrated Happiness. Auch bei Khalid steht Freude im Vordergrund und ist ein großer Bestandteil in seinem Leben. Mit RebellComedy ist er in Deutschland auf Tour und bringt Leute zum Lachen. Nicht umsonst heißt es »Lachen ist die beste Medizin«. Deshalb bat ich ihn um ein Interview.

IB: Kannst Du uns etwas über Dich erzählen? Wo kommst Du her (kultureller Hintergrund)? Bist Du in Deutschland geboren? Wie stehst Du zu Deinem Heimatland? Hast Du Verwandte dort? Was magst Du besonders an Deiner Kultur?

Khalid Bounouar: Meine Mutter stammt aus Algerien und mein Vater aus Marokko, allerdings bin ich in Deutschland geboren und aufgewachsen. Ich habe auch noch einige Verwandte in beiden Ländern sowie in einigen anderen Ländern wie z.B. Frankreich und Spanien. Meine Wurzeln befinden sich im arabischen Nordafrika und ich spüre es in manchen meiner Charakterzüge. Allerdings bin ich natürlich auch stark von der deutschen Kultur beeinflusst.

Zwischen den Welten leben ist besser, als sich in einer unwohl zu fühlen oder andere nicht zu kennen.

IB: Welche Kulturen sind in Deinem Freundes-, Bekanntenkreis vertreten?

Khalid Bounouar: Alle!

IB: Wie und wann entstand der Wunsch, als Comedian zu arbeiten? War das schon als Kind der Fall?

Khalid Bounouar: Seit meiner Kindheit stehe ich auf der Bühne, sei es Theater, Musik, Poesie oder Tanz. Comedy kam als letztes dazu, hier kann ich alles kombinieren und mit einbinden. Im Jahre 2012 hatte ich dann ganz spontan einen Auftritt bei RebellComedy und es hat super funktioniert. Schließlich wurde ich süchtig danach und möchte immer weitermachen.

IB: Wie lange hat es gedauert, bis Du »entdeckt« wurdest? War es schwierig vorwärtszukommen?

Khalid Bounouar: Mein erster Auftritt war direkt bei der RebellComedy. Daher war es nicht schwierig, solange man hart arbeitet, denn darauf wird sehr viel Wert gelegt, wenn man Mitglied sein möchte.

Wenn man dann bei RebellComedy ist, stehen einem einige Türen offen, durchgehen muss man selbst.

IB: Was möchtest Du auf der Bühne erreichen?

Khalid Bounouar: Das Lachen verbreiten! Ein Klischee besagt Deutsche hätten keinen Humor und wir zeigen, dass das nicht so ist.

IB: Du studierst nebenbei. Was genau ist Dein Fachgebiet? Wie kriegst Du Dein Studium und Deine Karriere als Comedian unter einen Hut?

Khalid Bounouar: Ich studiere Gesellschaftswissenschaften an der RWTH Aachen und möchte später unterrichten. Bei RebellComedy wird auch darauf großen Wert gelegt, dass man sich auch neben der Comedy weiterbildet und einen guten Abschluss hat. Ich lerne unterwegs und nehme mir auch Zeit um für Klausuren zu lernen. Man kann gut Kompromisse, bezüglich Anwesenheit bei Vorlesungen, mit Professoren und Dozenten der Uni eingehen, denn auch diese unterstützen unser Projekt.

IB: Wie siehst Du für Dich die Integration in Deutschland? Ist sie im Rückstand, Entwicklung oder Stillstand? Fühlst Du Dich integriert? Meinst Du, dass Deine Arbeit als Comedian dazu beitragen könnte Integration zu fördern und zwischenmenschliche Brücken zu bauen bzw. hat es vielleicht schon bereits dazu beigetragen? Wenn ja, wie? Was für Erlebnisse hattest Du, was das angeht?

Khalid Bounouar: Ich brauche mich nicht als integriert zu sehen, denn ich bin hier geboren, denke, spreche und träume auf Deutsch. Also ist meine erste Muttersprache Deutsch. Ganz klar bauen wir Brücken sowohl zwischen unterschiedlichen Herkunftsländern als auch zwischen verschiedenen Altersgruppen, denn wir sprechen über all das, was uns im Alltag in Deutschland beschäftigt.

Natürlich trifft man manchmal auf Widerstand von Integrationsverweigerern beider Seiten. Also Leute, die mich nicht als Teil »ihrer« Gesellschaft ansehen möchten, als auch von Leuten, die meinen ich müsste patriotischer gegenüber meinen Wurzeln sein und mich nicht als Deutschen sehen.

IB: Hattest Du rassistische Erfahrungen? Wenn ja, welche?

Khalid Bounouar: Das hat sicherlich jeder mal, der ein nicht typisch »deutsches« Aussehen hat. Typische Fragen wie »Sprechen Sie Deutsch?« sind noch die mildesten Erfahrungen. Es kam aber auch schon zu Pöbelattacken, allerdings kann man diese mit gutem Verständnis und Wortgewandtheit sofort abwenden.

IB: Es gibt mittlerweile so viele Ratgeber und Mental-Coachs auf dem Markt, die alle besagen, dass man an sich und seinen Traum glauben, in sich gehen und stets positiv denken soll. Somit würde man all das in sein Leben praktisch magisch »anziehen«, was für die persönliche Weiterentwicklung in diesem EINEN Bereich benötigt wird (Menschen, Ereignisse, die auf dem Weg behilflich sind und weiterbringen). War das bei Dir auch so?

Khalid Bounouar: Nur in sich gehen und positiv denken bringt nicht viel. Arbeit ist das A und O. Streben nach Selbstverwirklichung und die Taten müssen Hand in Hand gehen.

IB: Was möchtest Du Deinen Fans und unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Khalid Bounouar: »Arbeite an der Verwirklichung deiner Träume, sonst engagiert dich ein Anderer seine zu verwirklichen.« (Tony Gaskins)

»Tue heute das, was andere nicht würden. So tust Du morgen das, was Andere nicht können.« (Jerry Rice)

»Leid in Lachen wandeln – das ist Alchemie.« (Babak Ghassim)

Danke Dir, Khalid und weiterhin viel Erfolg!

Dieser Artikel erschien auch bei www.tatjana-rogalski.de

0%
0%
Awesome

Kommentare

Kommentare

Share.

About Author

Tatjana Rogalski

ist Co-Chefbloggerin der Integrationsblogger, hat deutschrussische und tatarische Wurzeln. 1994 ist sie nach Deutschland ausgesiedelt.
Jeder Mensch sollte Hoffnung in sich hegen, denn ohne Hoffnung ist der Untergang vorprogrammiert.
„Wenn Du nicht fliegen kannst, renne,
Wenn Du nicht rennen kannst, gehe,
Wenn Du nicht gehen kannst, krieche.
Was auch immer Du tust, Du musst weitermachen.“ (Martin Luther King)
Denn nach jeder Erschwernis, folgt die Erleichterung!
Falls die Erleichterung noch nicht eingetreten ist, dann ist es noch nicht das Ende! Sei positiv, lächle und zwar nicht erst, wenn der Sturm vorbei ist, sondern lächle ihm ins Gesicht, um ihn zu besiegen, glaube an Dich selbst und wisse, dass jeder Mensch auf seine Art und Weise einzigartig ist :)

Comments are closed.

Die Integrationsblogger