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Bevor ich mit dem Text loslege, weise ich schon mal darauf hin, dass es nicht auf Alle zutrifft, denn heutzutage wird jedes Wort 100 Mal auf die Goldwaage gelegt. Dies möchte ich hiermit von vornherein klarstellen.

Es ist immer Dasselbe

Tagein tagaus ist es immer das Gleiche und es ändert sich nichts und es ist einfach ein Teufelskreis, denn die Menschheit dreht sich im Kreis.

Es sind immer wieder dieselben Themen, die eigentlich so wichtig erscheinen und doch nicht von Tiefgründigkeit protzen.

Schlag Dich doch rum

Es reicht nicht, dass Musliminnen mit Vorurteilen zu kämpfen haben. Und ja das Thema Rassismus hängt auch mir zum Halse raus. Doch das ist nicht immer nur die „gegnerische Seite“, die solch eine Art Schwierigkeiten darstellt.

Es reicht nicht, dass sie in der realen Welt sich mit diesen Vorurteilen auseinandersetzen müssen. Sie müssen sich auch z. B. mit dummen Facebookkommentaren oder Nachrichten rumschlagen.

Herauspicken der oberflächlichen Fehler

Es wird penibel drauf geachtet wie sie rumläuft, ob und wie sie sich schminkt, ob sie sich die Nägel lackiert, ob sie betet usw.

Im Fokus stehen die Kopftuchträgerinnen noch mehr. Und ich hasse dieses Wort „Kopftuchträgerin“, aber ich komme nicht drum herum. Es ist ein Begriff der Oberflächlichkeit.

Dabei scheint diese Oberflächlichkeit für viele wichtiger als die inneren Werte zu sein, denn sie erwarten von einer Muslima, die Kopftuch trägt, dass sie nahezu perfekt ist. Äußerlich! Wenn ihre Fehler äußerlich sichtbar sind, dann wird sie darauf hingewiesen hier und da und auch noch von den sogenannten Google-Sheikhs, die ja jeden Hadith auswendig wissen oder besser gesagt, Mr. Google fragen. Doch weißt Du was in ihrem Herzen ist? Nein, denn Du kennst sie meistens gar nicht persönlich. Nur ihre Oberfläche.

Mit Hijab keine Belästigung?

Einer der Gründe für den Hijab ist, dass man sich vor Belästigung schützt.

Und nebenbei jetzt an Alle Leser, die meinen: „So ein Quatsch, mich interessiert das gar nicht und ich würde sie auch nicht belästigen, wenn sie ohne Kopftuch rumrennt.“, nun mich interessiert es auch wenig, dass es Euch nicht interessiert, denn ich stecke in dieser Haut und mache die Erfahrungen und nicht ihr!

Nun hört die Belästigung von der einen Seite vielleicht auf, so fängt sie von der anderen Seite aber an.

Kommen wir nun zurück zum Gebiet Facebook. Da geht’s dann auch schon los.

Google-Sheikh on Tour

Du als Kopftuchträgerin wirst von Google-Sheikhs auf Deine Fehler „hingewiesen“ und demnach be- und verurteilt. Das ist aber nicht das wahre Übel. Sondern der respektlose Umgang mit Frauen. Und zwar ist es  dieser Art Mensch gleichgültig, warum Du das Kopftuch trägst. Sie machen keinen Halt davor und machen Dich respektlos an. Ob Du der Straße entlang läufst, oder in den sozialen Netzwerken unterwegs bist. Das spielt keine Rolle. Du wirst überhäuft mit diversen Aussagen, wie:

„Oh Schwester Du siehst wie die Sonne im Kopftuch aus. MaschaAllah! “

„MaschaAllah Schwester MaschaAllah, Du strahlst ja richtig mit dem Kopftuch!“

„MaschaAllah Du bist wie Zuckerwatte Schwester!“

Und das zu einer Person, die Du nicht kennst, die Du nie zuvor gesprochen hast? Und was ist jetzt? Wo ist der Respekt? Wo bleibt Dein Niveau?

Du trittst Ihre Überzeugung mit Füßen

Hast Du überhaupt selbst den Sinn des Hijabs verstanden „Bruder“? Hast Du verstanden was Respekt heißt? Denkst Du diese Schwester fühlt sich von Dir angemacht, nur weil Du mit diesen Begriffen um Dich wirfst? Du zeigst doch nur wie einfalls- und respektlos Du Dich verhälst und trittst ihre Überzeugung zum Hijab mit Füßen. Dabei bist Du es doch, der ständig postet wie hoch die Frau im Islam gepriesen wird. Ich frage Dich: Spielt sich dieser Respekt etwa nur auf Deiner Pinnwand ab? Denn das ist es! Eine Doppelmoral!

Meine Antwort

Und wenn Du jetzt mit der Aussage um die Ecke kommst, sie müsste sich unauffällig verhalten und ihr Bild bei Facebook herausnehmen, dann hast Du hier meine Antwort:

Muss ich mich verstecken, damit ich an der Gesellschaft teilnehmen kann? Wenn Du so schlau bist, dann sag mir mal wie das funktioniert? Auch eine Muslima verkriecht sich nicht in der Ecke und hofft, dass alles zu ihr in die Ecke kommt. Also vergiss Deine Noch-So-Schlaue-Aussage mal ganz schnell. Ich würde vorschlagen, Du lernst endlich den Respekt kennen, denn das hast Du anscheinend noch nicht. Und fange an an Dir zu arbeiten und Deine Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Da hast Du nämlich noch eine Riesenbaustelle vor Dir.

Traust Du Dich?

Und wenn Du auch bei Facebook so tolle Sprüche klopfen kannst, frage ich mich, ob Du das auch draußen auf der Straße kannst.

Es reicht uns Musliminnen, dass wir im Alltag dem Alltagsrassismus ausgesetzt sind, da müssen wir nicht auch noch von Dir, der eigentlich Respekt und Achtung kennen sollte, belästigt werden.

Respekt ist für viele ein Fremdwort! Und zuguterletzt bevor Du das Wort MaschaAllah in Deinen Mund nimmst, denke nach mit welcher Absicht und welchem Hintergrund Du es benutzt.

Dieser Beitrag wurde auch bei tatjana-rogalski.de veröffentlicht.

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About Author

Tatjana Rogalski

ist Co-Chefbloggerin der Integrationsblogger, hat deutschrussische und tatarische Wurzeln. 1994 ist sie nach Deutschland ausgesiedelt. Jeder Mensch sollte Hoffnung in sich hegen, denn ohne Hoffnung ist der Untergang vorprogrammiert. "Wenn Du nicht fliegen kannst, renne, Wenn Du nicht rennen kannst, gehe, Wenn Du nicht gehen kannst, krieche. Was auch immer Du tust, Du musst weitermachen." (Martin Luther King) Denn nach jeder Erschwernis, folgt die Erleichterung! Falls die Erleichterung noch nicht eingetreten ist, dann ist es noch nicht das Ende! Sei positiv, lächle und zwar nicht erst, wenn der Sturm vorbei ist, sondern lächle ihm ins Gesicht, um ihn zu besiegen, glaube an Dich selbst und wisse, dass jeder Mensch auf seine Art und Weise einzigartig ist :)

4 Kommentare

  1. Mashallah Schwester, du wirst mit der Sonne und Zuckerwatte verglichen? Mashallah!
    Ist mir noch nie passiert.
    Wo treibst du dich nur rum? Ach ja, auf Facebook. Na dann…

    Mal ehrlich: auch wenn es als Soziales Netzwerk gilt: Facebook war nie sozial.
    Ursprünglich wurde es gebastelt um Frauen ab zu werten und zu beleidigen und heute sind die Opfer nicht nur Frauen.
    Wer einen Facebook-Account will um dort Seiten zu besuchen wie die von Integrationsblogger der erstellt sich einen anonymen Account. Profilfoto mit Spruch, Pflanze ect und Bild mit Landschaft oder ähnlichem. Irgendetwas neutrales.
    Soziale Kontakte gehören in die reale Welt, daher haben private Infos und Fotos von einem auf Facebook nichts verloren.
    Wer den Exhibitionismus vor der ganzen Welt sucht, braucht sich dann über Hate-Sprüche, dumme Kommentare und Beleidigungen nicht wundern/beschweren. Es ist eben keine soziale Plattform.

  2. Hallo!

    „Einer der Gründe für den Hijab ist, dass man sich vor Belästigung schützt.“
    Scheint wohl nicht so zu funktionieren. Jedenfalls lese ich das aus diesem Satz heraus: „Nun hört die Belästigung von der einen Seite vielleicht auf, so fängt sie von der anderen Seite aber an.“
    Ob jemand einen anderen belästigt, hängt -so verstehe ich das- nicht davon, was auf dem Kopf jemand trägt, sondern davon, was man im Kopf hat.

    „nun mich interessiert es auch wenig, dass es Euch nicht interessiert“
    Bei dieser Geisteshaltung frage ich mich, warum _ich_ mich nun dafür interessieren sollte, was dich interessiert. Aus dem Zitat lese ich ein gegenseitiges Desinteresse heraus. Da wäre es doch konsequent, wenn ich als Leser ebenso Desinteresse an den Tag lege.
    Eigentlich interessiert mich das – aber wenn du ausdrücklich schreibst, dass dich andere Meinungen nicht interessieren, dann halte ich das für geistig verschlossen; einer solchen Geisteshaltung wiederum will ich kein Interesse entgegenbringen.

    „denn ich stecke in dieser Haut und mache die Erfahrungen und nicht ihr!“
    Was ist denn mit Erfahrungen, die die Leser machen? Gelten die nichts?

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