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Wie durch so viele tolle „Zufälle“ bin ich „zufällig“ auf die Website Modern Hippie gestoßen.

Ich erkannte mich in Sätzen wie:

“Ich seh das einfach nur realistisch..aber träum du mal weiter.”

“Halloooo? Ich träume nicht davon, dass mir plötzlich ne Flosse wächst, und ich zu Arielle mutiere oder so.”

wieder und musste einfach genüsslich lachen.

Wir Menschen machen uns gerne das Leben schwer und glauben nicht wirklich an uns selbst. Wir schreiben uns Normen vor und meinen wir müssten all diese Anpassungsvorschriften innerhalb unserer Gesellschaft erfüllen, andernfalls sind wir unbeliebte Nieten, so unser Denkmuster. Doch müssen wir das wirklich? Können wir nicht einfach wir selbst sein?

Es tut einfach gut Menschen zu sehen und zu erleben, die einfach natürlich sind, ihr Leben genießen und sich in keine Schublade zwängen. Die Bloggerin „Modern Hippie“ verleiht einen blumigen Flair und so eine friedliche Atmosphäre, sodass ich einfach hinein tauchen musste…

Wie ist die Idee „Modern Hippie“ entstanden?

Als ich in Düsseldorf am Rhein mit einem Bekannten von mir saß und er mich fragte, warum ich nicht blogge. Ich recherchierte in den nächsten Tagen viel und fand wunderschöne, informative und inspirierende Blogs. Ich hatte Feuer gefangen und wollte das selbe tun.

Der Name zu meinem Blog ist mir eines Morgens nach dem Aufwachen eingefallen und passte einfach. Ich bin kein richtiger Hippie, lebe aber gerne so frei es geht und hoffe auch auf eine bessere und friedlichere Welt.

Deine Eltern kommen ursprünglich aus Polen. Hast Du eine Bindung zu dieser Kultur? Wenn ja, was magst Du besonders daran?

Ich bin auch in Polen geboren und mit zwei Jahren nach Deutschland gezogen. Wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich keine richtige Bindung zu jeglicher Kultur. Ich mag die polnische Gastfreundschaft und dass die Familie wichtig ist. Ich hab aber inzwischen schon viel Zeit in den unterschiedlichsten Ländern verbracht und weiß dadurch an jeder Kultur etwas zu schätzen.

Warum begeistert Dich Australien so sehr?

Ich glaube es war einfach das richtige Timing. Ich ging nach Australien, als ich in Deutschland sehr unzufrieden und verloren war. Die Australier zeigten mir, dass das Leben auch sehr unkompliziert sein kann. In Deutschland erschweren wir uns gerne viele Dinge unnötig. Das fiel dort einfach weg. Ich fühlte mich plötzlich wieder lebendig und konnte wieder atmen.

Außerdem ist die Natur dort der absolute Hammer. Ich würde behaupten, dass kaum ein Land landschaftlich mithalten kann.

Du inspirierst mich durch Deine positiven Texte. Hast Du Dir auf diesem Themengebiet die Kenntnisse selbst angeeignet?

Ja. Ich interessiere mich zwar schon lange für Persönlichkeitsentwicklung und Psychologie generell, habe aber nie etwas in dieser Richtung studiert.

Wie hast Du für Dich herausgefunden, was Du gerne machen möchtest (bzgl. Deines Blogs)? Oder wusstest Du das schon immer bis der Zeitpunkt der Verwirklichung kam?

Es war ein langer Prozess. Ich wusste immer, wenn ich etwas neues ausprobiert habe, dass ich in diesem Bereich nicht arbeiten möchte.

Während meines letzten Australienaufenthaltes habe ich mir dann mal Zeit genommen, mir in Ruhe Gedanken darüber zu machen, was ich wirklich will. Dabei kam dann raus, dass ich ortsunabhängig arbeiten will und gerne dabei kreativ wäre. Den konkreten Plan hatte ich aber erst eine ganze Weile später.

Was magst Du an anderen Kulturen bzw. welche wären es?

Viele Dinge. Vom Essen, über die Einstellung zum Leben und dem Umgang mit den Mitmenschen. Momentan bin ich sehr von verschiedenen asiatischen Kulturen angetan, da ich erst vor kurzem fünf Monate in Thailand verbracht habe und nun in Indonesien bin. Ich habe das Gefühl, dass die Menschen glücklicher und viel entspannter sind, auch wenn sie viel weniger besitzen. Aber wahrscheinlich ist genau das der ausschlaggebende Punkt.

Viele ausländische Familien leben bilingual. Zu Hause wird meist die jeweilige Muttersprache gesprochen. Was sagst Du zu der Aussage „Wir leben in Deutschland, also muss hier auch Deutsch gesprochen werden, auch zu Hause“?

Die Bloggerin „Modern Hippie“

Deutschland soll angeblich ein freies Land sein. Wenn dem so ist, bleibt es doch jedem selbst überlassen in welcher Sprache man sich unterhält. Und zu Hause sowieso! Solange es einen nicht selbst beeinträchtigt ist es doch vollkommen egal.

 

Empfindest Du interreligiöse Dialoge als eine Förderung des innergesellschaftlichen Zusammenhalts?

Auf jeden Fall! Desto mehr Verständnis es zu Religionen gibt, umso friedlicher wird es.

Was sagst Du zu der aktuellen Lage der Muslime bzw. wie sie in den Medien dargestellt werden?

Medien sind dazu da, um uns zu unterhalten, aufzuregen und auf gewisse Weise auch Hass zu schüren. Viele Dinge passieren aus politischen und finanziellen Interessen und entsprechen nicht immer ganz der Wahrheit. Viele Dinge, die passieren sind schrecklich. Es gibt leider auch religiöse Fanatiker, die sich dann auf ihre Religion beziehen. Nur repräsentieren sie nicht ihre Religion, sondern ihren eigenen Hass. Nicht die Religion ist böse, sondern was die Menschen daraus machen.

Hast Du auch muslimische Freunde?

Ja klar!

Hast Du das Empfinden, dass die Scharia schrecklich und grausam ist?

Ehrlich gesagt weiß ich viel zu wenig über die Scharia, dass ich gar nicht urteilen möchte, ob ich sie grausam finde oder nicht. Rituelle Vorschriften finde ich nicht schlimm, solange keinem wehgetan wird.

Und wer sich an Vorschriften und Pflichten halten möchte, der soll es tun. Es bleibt doch jedem selbst überlassen, wie er seinen Lebensweg gehen möchte. Und was der eine vielleicht als schlimm empfindet, findet der andere wiederum als wichtig.

Hast du Erfahrungen mit Rassismus gemacht?

Ich würde es nicht direkt Rassismus nennen, aber schon in die Richtung tendierend.

Bei manchen Menschen, die ich kennenlernte und sie dachten, dass ich deutsch sei und ich ihnen dann mitteilte, dass ich in Polen geboren bin, wurde ich tatsächlich dann anders angeschaut. Auch als Kind wurden mir hin und wieder Sprüche gedrückt. Damals störte es mich, heute ist mir so etwas aber egal. Ich weiß durch so etwas sofort, mit welchen Menschen ich nichts zu tun haben möchte.

Konntest Du Erfahrungen innerhalb einer muslimischen Gemeinde sammeln? Wenn nicht, würdest Du gerne?

Bisher nicht. Werde ich aber bestimmt noch und möchte ich auch.

Was würdest Du unseren Lesern mit auf ihren Weg geben?

Das Leben wird plötzlich ganz einfach, wenn man anfängt ehrlich zu sich selbst zu sein. Lebe so, wie du es möchtest und höre auf, dich an irgendwen oder an irgendeine Norm anzupassen.

Vielen Dank Eve 🙂

Dieser Artikel erschien auch bei tatjana-rogalski.de

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About Author

Tatjana Rogalski

ist Co-Chefbloggerin der Integrationsblogger, hat deutschrussische und tatarische Wurzeln. 1994 ist sie nach Deutschland ausgesiedelt.
Jeder Mensch sollte Hoffnung in sich hegen, denn ohne Hoffnung ist der Untergang vorprogrammiert.
„Wenn Du nicht fliegen kannst, renne,
Wenn Du nicht rennen kannst, gehe,
Wenn Du nicht gehen kannst, krieche.
Was auch immer Du tust, Du musst weitermachen.“ (Martin Luther King)
Denn nach jeder Erschwernis, folgt die Erleichterung!
Falls die Erleichterung noch nicht eingetreten ist, dann ist es noch nicht das Ende! Sei positiv, lächle und zwar nicht erst, wenn der Sturm vorbei ist, sondern lächle ihm ins Gesicht, um ihn zu besiegen, glaube an Dich selbst und wisse, dass jeder Mensch auf seine Art und Weise einzigartig ist :)

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