Muss ich oder kann ich?

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© Tatjana Rogalski

Manche meinen: Du musst. Und erklären Dir die Welt und das Leben. Manchmal mal „darf” man nach Dänemark fahren, um die Dinge klar zu sehen.

Je mehr Auswahl wir haben, desto schwieriger wird es, eine Entscheidung zu fällen. Das gilt für viele Dinge. Zum Beispiel für die Selbstverwirklichung. So viele tolle Ratgeber gibt es von allen Seiten, ob es Bücher, Seminare, Webinare usw. sind, spielt keine Rolle. Wir müssen alle glücklich sein, müssen uns um unsere Gesundheit kümmern, den besten Job haben, unsere Berufung finden und bla bla bla. Doch was mich daran wieder stört, ist dieses MUSS.

Ich MUSS gar nichts

Wir müssen am besten alles können. Wir müssen perfekt sein, alle Möglichkeiten überblicken, filtern und das Beste für uns herauspicken. Doch im Wirrwarr dieser Möglichkeiten entsteht ein Chaos, das uns in den Wahnsinn treiben kann. Mich hat es definitiv zur Weißglut getrieben. Und so bildete sich bei mir im Kopf die Einstellung „Ist mir egal“ in Bezug auf dieses „Muss“. Und durch zauberhafte Magie der Anziehungskraft bin ich auf das Buch „Einen Scheiss muss ich“ gestoßen. Natürlich habe ich es mir gekauft und das, ohne zu zögern.

Dänemark 2

Die Lektüre muss nicht immer sein

Die Lektüre habe ich mir für meinen Familientrip nach Dänemark eingepackt. Dort habe ich mich dieser Lektüre gewidmet. Es war ganz lustig, denn es ist ja tatsächlich so. Man MUSS gar nichts, außer zu sterben und aufs Klo. An an dieser Stelle Danke an Daniela Katzenberger für diesen weisen Spruch. Doch an anderen Stellen während ich dieses Buch las, schlich sich wieder auch in dieser Lektüre dieses MUSS aus allen Seiten in mein Hirn und an einigen Stellen musste ich mit den Augen rollen. Auch wenn der Titel etwas anderes suggeriert, so entsteht dennoch der Eindruck, dass man dennoch das Nichtstun tun MUSS. Dabei muss ich ja gar nichts. Verwirrend nicht wahr?

Dänemark

Chillen oder fliegen

Wie dem auch sei. Während diesen paar Tagen hat sich die Message „ist mir egal“ gefestigt. Denn es ist mir egal, was die Gesellschaft von mir erwartet. Es ist anstrengend jeden Tag gegen den Strom zu schwimmen, aber dennoch geht es und ich muss es nicht, aber ich will es. Gegen den Strom schwimmen definiere ich nicht, dass ich „verrückt“ sein will oder mich unbedingt von der Menge abheben, denn dann schwimmt man wieder mit dem Strom. Mal ehrlich: Was ist schon verrückt? Dass was wir heute verrückt nennen, war früher ganz normal. Einfach leben halt. Und was ist normal? Hmmm. Ich schlage vor, wir leben einfach und nehmen die Dinge, wie sie sind, ohne sich zu etwas zu zwingen oder zu versteifen. Wie oft hörte ich „Ach komm, jetzt musst du dich aber aufraffen. Es wird schon wieder usw.“ Warum aufraffen, erfährst Du hier. Ich sage auch an dieser Stelle, ich muss gar nichts, weder mich aufraffen noch grinsend durch die Gegend rennen, wenn ich es nicht will, denn das gehört auch zu Integrated Happiness. Einfach sein! Für mich ist es befreiend.

Chillen dänemark fliegen

Dänemark hat mich bereichert

Während des Aufenthaltes in Dänemark musste ich für mich feststellen, dass die Menschen meist mir mit einem Lächeln entgegenkamen. War es meine an diesen Tagen besondere Mir-egal-locker-Ausstrahlung, die auf die Menschen gewirkt hat oder sind die Dänen lebensfröhlich? Das weiß ich nicht, jedoch habe ich diese Erfahrung gemacht und es war toll. Genauso toll war es, als wir uns auf den Weg nach Hause gemacht haben und ich eine gelbe Satellitenschüssel erblickte, die mich anlächelte. Natürlich lächelte sie nicht tatsächlich. Es war ein Smiley draufgemalt.
Du kannst, wenn Du magst für Dich nun selbst entscheiden, ob das Einfachsein für Dich auch zutrifft, oder aber auch nicht. Unsere Ziele werden wir nie erreichen, wenn wir uns ständig nur nach ihnen lechzen, immer wieder neue Ziele setzen und dabei die Präsenz im Hier und Jetzt vergessen. Der Weg ist das Ziel. Und ist es nicht auch einfach mal gut einfach nur zu leben und sonst nichts? Sind wir nicht dafür hier? Versteht mich nicht falsch. Ich möchte nicht vermitteln, dass wir uns jetzt alle hinsetzen sollen und ab jetzt nur noch Kaffeeklatsch angesagt ist. Nein. Das definitiv nicht. Was ich einfach sagen möchte, ist, dass wir diesen Weg zum Ziel genießen können, denn darum geht es ja im Leben. Ob Ihr das dann tut oder nicht, ist mir dann egal, denn Ihr wisst ja, Ihr müsst gar nichts. Und das ist das Schöne.

Dänemark Traktor

Dieser Beitrag erschien auch bei tatjana-rogalski.de

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About Author

Tatjana Rogalski

ist Co-Chefbloggerin der Integrationsblogger, hat deutschrussische und tatarische Wurzeln. 1994 ist sie nach Deutschland ausgesiedelt. Jeder Mensch sollte Hoffnung in sich hegen, denn ohne Hoffnung ist der Untergang vorprogrammiert. "Wenn Du nicht fliegen kannst, renne, Wenn Du nicht rennen kannst, gehe, Wenn Du nicht gehen kannst, krieche. Was auch immer Du tust, Du musst weitermachen." (Martin Luther King) Denn nach jeder Erschwernis, folgt die Erleichterung! Falls die Erleichterung noch nicht eingetreten ist, dann ist es noch nicht das Ende! Sei positiv, lächle und zwar nicht erst, wenn der Sturm vorbei ist, sondern lächle ihm ins Gesicht, um ihn zu besiegen, glaube an Dich selbst und wisse, dass jeder Mensch auf seine Art und Weise einzigartig ist :)

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