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Ich möchte meinen Eindruck darüber vermitteln, wie ich die Scharia bei dem Vortrag von Herrn Dr. Cefli Ademi empfunden habe und welche Erkenntnisse ich für mich daraus ziehen konnte. Ich möchte betonen, dass ich hier kein „Wissen“ weitergeben möchte, sondern lediglich meine Eindrücke und meine Wahrnehmung aus diesem Vortrag darlegen.

Nur durch zwischenmenschlichen und interreligiösen Dialog können die bestehenden Vorurteile abgebaut und/oder gänzlich aufgelöst werden, natürlich nur im Rahmen des jeweils eigenen Verständnisses und der Auffassungsgabe über die jeweilige Religion beziehungsweise dessen Wertordnung. Leider sind die negativen Schlagzeilen sowohl über den Islam, als auch über die Scharia, in den Medien und den sozialen Netzwerken mehr als breitgetreten.

Die Gesellschaft wird mit dieser verfälschten Ideologie überflutet, sodass sich eine negative Konzeption hinsichtlich dieser Themenbereiche entwickelt und sich somit im Bewusstsein der Gesellschaft verankert hat. Sogar einige Muslime lassen sich dadurch beirren und von diesem verbreiteten Pessimismus anstecken.

Das Schreckensbild „Scharia“

Die Scharia umfasst ein derart breites Spektrum, was nicht durch ein paar Vorträge oder Recherchen angeeignet werden kann. Vielmehr erfordert es jahrelange Studien in allen Bereichen. Das Schreckensbild „Scharia“ kennen wir aus den Schlagzeilen über den IS zu Genüge. Es wird meist negativ dargestellt und zwar von den Medien, die weder Gelehrte sind und mit Sicherheit dem Anschein nach auch nicht viel Wissen über den Islam besitzen.

Doch ist die Scharia das komplette Gegenteil, sehr positiv und durchstrukturiert. Für jedes Anliegen gibt es eine islamische Lösung. Und doch ist das absolute Wissen nur bei Allah. Wir Menschen können nur nach unserem besten Wissen und Gewissen streben. Nach und nach bröckelt das negative Bild des Islam, denn immer mehr, auch wenn nur vereinzelt, tauchen positive Schlagzeilen auf. Trotz dessen ist die Scharia immer noch ein dunkles Mysterium, welches weit in der Fremde liegt. Für mich war es auch ein Mysterium und ist es auch immer noch, denn das Spektrum der Themengebiete der Scharia ist so tief und voller Fülle, wie die Ozeane unserer Erde und weit darüber hinaus.

„Bringt frohe Kunde und schreckt nicht ab“

Durch den Vortrag von Dr. Cefli Ademi in Bielefeld, konnte ich einen kleinen Hauch, einen Tropfen dieses Ozeans kosten und mir wurde klar, dass die Scharia einem ganzen Universum gleicht und doch so leicht wie eine einzelne Feder ist. Es verleiht eine gewisse Leichtigkeit und bringt Licht in die Herzen. Nicht umsonst sagte unser Prophet (Allahs Friede und Segen auf ihm) wie folgt: Anas (Friede auf ihm) berichtete, dass der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte:

„Macht es leicht und erschwert nicht, bringt frohe Kunde und schreckt nicht ab.“ [Sahih Al-Bucharyy Nr.69]

Als ich den Worten lauschte und auch viele Stunden danach, empfand ich die Scharia wie seidiges, weiches Wasser, welches den Bach einer Oase in der tiefsten Sahara, herunterfließt. Jeder Atemzug in der Nähe dieser Quelle ist wie ein Tropfen eines edlen Nektars aus fließender Seide. In jeder Faser des ganzen Universums spürst du die Barmherzigkeit, je länger Du atmest, je mehr Du lernst, je mehr Du davon kostest.

Die wichtigsten Bestandteile der Scharia sind Moral, Ethik und gutes Benehmen. Es ist etwas Fließendes, Weiches, ein mit Wärme durchflutetes Licht und keinesfalls etwas Schreckliches und Grausames.

Ein bisschen mehr Optimismus

Der Optimismus ist eine wichtige Eigenschaft unseres Propheten Muhammad (salallahu alayhi wassalam). In den schlimmsten Situationen, war sein (Allahs Friede und Segen auf ihm) Optimismus stärker denn je. Optimismus stärkt unser Immunsystem und macht uns glücklich. Wir sollten nicht unsere Zeit verstreichen lassen und warten bis etwas passiert, damit wir glücklich und optimistisch denken können.

Wir sollten unser Lächeln stets fördern, um Glück zu empfinden und das auch unseren Mitmenschen zu Liebe. Deshalb ist es von größerem Vorteil ein Optimist zu sein, der sich ab und zu mal täuscht, als ein Pessimist, der sich niemals irrt. Ist es nicht ein Ansporn für uns in jeder Lage den Optimismus dem Pessimismus vorzuziehen?

Dieser Artikel wurde zuerst in der Islamischen Zeitung veröffentlicht und auch bei www.tatjana-rogalski.de zu lesen.

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Tatjana Rogalski

ist Co-Chefbloggerin der Integrationsblogger, hat deutschrussische und tatarische Wurzeln. 1994 ist sie nach Deutschland ausgesiedelt. Jeder Mensch sollte Hoffnung in sich hegen, denn ohne Hoffnung ist der Untergang vorprogrammiert. "Wenn Du nicht fliegen kannst, renne, Wenn Du nicht rennen kannst, gehe, Wenn Du nicht gehen kannst, krieche. Was auch immer Du tust, Du musst weitermachen." (Martin Luther King) Denn nach jeder Erschwernis, folgt die Erleichterung! Falls die Erleichterung noch nicht eingetreten ist, dann ist es noch nicht das Ende! Sei positiv, lächle und zwar nicht erst, wenn der Sturm vorbei ist, sondern lächle ihm ins Gesicht, um ihn zu besiegen, glaube an Dich selbst und wisse, dass jeder Mensch auf seine Art und Weise einzigartig ist :)

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