Vom Hoojab zu i-blogger

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Bildquelle: Copyright Amena Khan

Nachdem Amena Khan ein Youtube-Video für ihre Freundinnen veröffentlicht hatte, erhielt sie viele Anfragen aus der ganzen Welt mit der Bitte um weitere der Hijab-Tutorials. Heute ist Amena Khan die Gründerin des Unternehmens Pearl Daisy Ltd. in Leicester und eine Inspiration für viele Musliminnen auf ihrem Youtube-Kanal Amenakin. Auch ich ließ mich inspirieren und in Null-Komma-Nichts fand ich mich am Laptop wieder und meine Finger flitzten über die Tastatur…
 
DIB-Tatjana: Du inspirierst viele Musliminnen, mich eingeschlossen. Du bist sehr erfolgreich, sowohl im Beruf als auch familiär. Gott sei Dank! Wie vereinbarst du Beruf und Familie?

Amena: Danke Dir. Es sieht wahrscheinlich leichter aus, als es in Wirklichkeit ist. Ich bin selbstständig und das hilft mir. Es ist für mich wichtig, eine klare Linie zwischen Beruf und Familie zu ziehen, wenn meine Kinder zu kurz zu kommen drohen. Die meiste Arbeit, die ich mache, organisiere ich entsprechend dem Tagesablaufs meiner Kinder, sprich mit Blick auf die Schule, die Mahlzeiten und andere tägliche Routineaktivitäten.

DIB-Tatjana: Kam Dein beruflicher Erfolg über Nacht oder langsam?

Amena: Für die meisten Menschen kommt der Erfolg Schritt für Schritt, verbunden mit harter Arbeit, die voranbringt.

DIB-Tatjana: Wie entstand die Idee „Hoojab“?

Amena: Ich habe eine neue Art des Kopftuches entworfen, welches eine Haube und zwei Flügel enthält. Nachdem ich mit der Idee gespielt hatte, saß ich an meiner Nähmaschine und nähte den ersten Prototyp, welcher ausschließlich für mich gedacht war. Als es die Zuschauer meines Youtube-Kanals gesehen haben, wollten sie es ebenfalls kaufen. Und so habe ich mit der Produktion und dem Verkauf des Hoojabs begonnen und gründete meine Firma, Pearl Daisy Ltd.

DIB-Tatjana: Begleitest Du Deine Kundinnen evtl. beim Hochzeitsstyling? Auch außerhalb Englands, wenn sich die Möglichkeit bietet?

Amena: Im Moment ist es mir nicht möglich, anderen Tätigkeiten als Pearl Daisy und meinem Youtube-Kanal Amenakin nachzugehen.

 

DIB-Tatjana: Wie kam die Entscheidung für das Kopftuch?

Amena: Ich hatte mich mit der islamischen Spiritualität beschäftigt, kurz bevor ich mich für das Kopftuch entschieden habe. Es war eine schlagartige und völllig unerwartete Entscheidung (Sowohl für meine Familie, als auch für mich selbst!).

DIB-Tatjana: Ist es leicht als Kopftuchträgerin in Deiner Heimatstadt zu leben? Beruf? Wie reagiert Deine Umwelt?

Amena: Es gab einige Herausforderungen, aber im Großen und Ganzen haben mich diese nie von meiner Entscheidung abgehalten.

DIB-Tatjana: Treffen die Muslime überwiegend auf Toleranz oder Intoleranz in England?

Amena: Ersteres. Ich liebe mein Land und im Alltag begegnen mir die freundlichsten Menschen.

DIB-Tatjana: Sind die Muslime in England selbst tolerant gegenüber Andersgläubigen?

Amena: In der Regel sind die Muslime, denen ich begegne, tolerant gegenüber anderen.

DIB-Tatjana: Was sagst Du zur Street Dawah? Ist sie oft vertreten in England?

Amena: Es tendiert in die Richtung, dass wir viele Glaubensstände in unserer Stadtmitte von verschiedenen Religionsgruppen haben, die die Passanten aufklären möchten und Material aushändigen. Obwohl ich persönlich nie mit „Street Dawah“ interagiert habe, wünsche ich mir, dass sie eine Brücke zwischen den Gemeinden bildet.

DIB-Tatjana: Hast Du rassistische Übergriffe erlebt?

Amena: Gott sei Dank nicht!

Danke sehr Amena 

Was ich Euch Lesern und insbesondere Leserinnen sagen möchte, ist, dass wir uns unnötig das Leben schwer machen. Ob es jetzt das Kopftuch, die alltäglichen Hürden oder anderer Stress ist: Es geht alles mit Leichtigkeit, wenn man denn diese verinnerlicht hat und mit den Situationen entsprechend umgeht. Die Sichtweise liegt im Auge des Betrachters und wenn wir die Dinge lockerer sehen, so werden sie dies auch mit der Zeit. Und natürlich kann sich jeder von Amena auf Youtube inspirieren lassen.

Dieser Artikel erschien auch auf www.tatjana-rogalski.de

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About Author

Tatjana Rogalski

ist Co-Chefbloggerin der Integrationsblogger, hat deutschrussische und tatarische Wurzeln. 1994 ist sie nach Deutschland ausgesiedelt. Jeder Mensch sollte Hoffnung in sich hegen, denn ohne Hoffnung ist der Untergang vorprogrammiert. "Wenn Du nicht fliegen kannst, renne, Wenn Du nicht rennen kannst, gehe, Wenn Du nicht gehen kannst, krieche. Was auch immer Du tust, Du musst weitermachen." (Martin Luther King) Denn nach jeder Erschwernis, folgt die Erleichterung! Falls die Erleichterung noch nicht eingetreten ist, dann ist es noch nicht das Ende! Sei positiv, lächle und zwar nicht erst, wenn der Sturm vorbei ist, sondern lächle ihm ins Gesicht, um ihn zu besiegen, glaube an Dich selbst und wisse, dass jeder Mensch auf seine Art und Weise einzigartig ist :)

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