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Es klingt oft witzig, wenn plötzlich Europäer einen arabischen Namen zusätzlich zu ihrem gewohnten Namen haben. Ich rede von neuen Muslimen, die sich im Laufe ihres Lebens für den Islam entschieden haben. Bei mir ist es der Name Mahdiya, zusätzlich zu der Tatjana, also Mahdiya Tatjana.

Doch warum ist es so?

Warum benennen sich viele Konvertierte mit einem zusätzlichen Namen?

Was für eine Bedeutung hat es für uns?

Müssen wir unsere Identität bei der Konvertierung aufgeben?

Haben wir keinerlei Selbstbewusstsein, sodass wir uns einen neuen Namen zulegen müssen, damit wir tatsächlich als Muslima oder Muslim anerkannt werden?

Alles Fragen, die in den Köpfen aufkommen, wenn sie diese Kombination hören. Verständlich, wenn ich die Massenberichterstattung über den Islam in den Medien verfolge.

Meine Entscheidung

Natürlich wählen sich nicht alle einen neuen arabischen Namen mit islamischen Hintergrund aus. Das entscheidet jeder für sich selbst. Doch ich für mich wollte es so.
Nun wenn jemand den Islam von Herzen annimmt, ist es sowohl ein spirituelles als auch ein emotionales Ereignis im Leben eines Menschen.
Es gehört oft zu einem der emotionalsten Momente im Leben. So war es jedenfalls bei mir.

Mein Gewinn

Durch den neuen Namen habe ich mich nicht aufgeben. Im Gegenteil: Ich habe ein Stück dazugewonnen. Ich habe ein positives Ich, ein besseres Ich durch den Islam dazugewonnen. Der Name Mahdiya bedeutet im Deutschen „Geführt von Allah“. Wenn Du meine Geschichte liest, kannst Du die Bedeutung des Namens nachvollziehen. Im Grunde genommen möchte ich durch meinen zusätzlichen Namen meine Dankbarkeit ausdrücken. Die Dankbarkeit für all die Zeichen und all die wundervollen und spirituellen Ereignisse, die ich im Laufe dieser Zeit erlebt habe und der Name bringt diese zweite Identität zum Vorschein. Die Kunst ist es jedoch diese beiden Identitäten in Einklang zu bringen.

Zwei Gesichter

Ja, irgendwo haben wir auch zwei Gesichter, aber es heißt nicht, dass es negativ sein muss. Es ist durchaus etwas Positives, denn wir Konvertierte sehen die Welt durch die Konvertitätsbrille. So gesehen haben wir zwei Sichtweisen. Wir wissen wie es ist kein Muslim zu sein und andersherum auch. Das ist der dazugewonnene Vorteil, den ich nicht missen möchte. Es ist eine Eigenschaft, die dazu genutzt werden sollte, die zwei Parallelwelten zu vereinen und was ich auch mit meinem Blog größtenteils bezwecken möchte: Die Gesellschaft einander etwas näher zu bringen. Man könnte sich von dem letzten „A“ von Mahdiya und zum ersten „T“ von Tatjana eine kleine Brücke vorstellen. Diese Brücke ist das Verständnis unserer zwei Gesellschaften, wobei auch der Name Tatjana natürlich ein fester Bestandteil des Ganzen ist.

Nun für Dich eine beispielhafte Gegenfrage, damit Du es ein wenig nachvollziehen kannst: Warum nehmen viele Frauen den Nachnamen ihres Mannes an, wenn sie heiraten? Geben sie sich für den Mann auf oder ist es eher ein Ausdruck der Liebe?
Da mag es auch unterschiedliche Ansichten geben. Doch ich bin eher der romantische Typ, also würde ich jetzt nicht partout behaupten, dass die Frau aufgrund der Heirat ihre Identität aufgibt.

Unterschiedliche Ansichten sind auch das Schöne an unserem bunten Deutschland. Auch wenn Du jetzt vielleicht anders darüber denkst, es ist okay.

Dieser Beitrag erschien auch bei tatjana-rogalski.de

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About Author

Tatjana Rogalski

ist Co-Chefbloggerin der Integrationsblogger, hat deutschrussische und tatarische Wurzeln. 1994 ist sie nach Deutschland ausgesiedelt. Jeder Mensch sollte Hoffnung in sich hegen, denn ohne Hoffnung ist der Untergang vorprogrammiert. "Wenn Du nicht fliegen kannst, renne, Wenn Du nicht rennen kannst, gehe, Wenn Du nicht gehen kannst, krieche. Was auch immer Du tust, Du musst weitermachen." (Martin Luther King) Denn nach jeder Erschwernis, folgt die Erleichterung! Falls die Erleichterung noch nicht eingetreten ist, dann ist es noch nicht das Ende! Sei positiv, lächle und zwar nicht erst, wenn der Sturm vorbei ist, sondern lächle ihm ins Gesicht, um ihn zu besiegen, glaube an Dich selbst und wisse, dass jeder Mensch auf seine Art und Weise einzigartig ist :)

1 Kommentar

  1. Und auch dieser Name macht dich nicht zur Muslima (wie „Ihr“ das immer so schön abgrenzend sagt). Du hast nicht die Moslem dna, nicht den background (tartaren Opa hin oder her), offensichtlich die Freiheit dir deine Religion auszusuchen (sehr typisch für die Geschwister) du, Vogel, hübsch, baghajati, lau etc. seid einfach nur schwach und wolltet keine Kartoffeln mehr sein.

Die Integrationsblogger