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Wenn wir die Nachrichten aufschlagen, brauchen wir kein Einstein-Hirn, um festzustellen, dass 90 % der Berichterstattung nicht auf Fakten, sondern auf Meinungsäußerungen der jeweiligen Artikelverfasser beruht. Das ist nichts Neues und mittlerweile zum Gähnen langweilig. Empfindet Ihr es nicht auch so oft anstrengend, dass man sich durch das Gewusel der Zeitungen durchsortieren muss, bis man an einen so halbwegs gescheiten Artikel kommt? Ich finde es anstrengend und ich habe auch langsam keine Lust mehr. Bald wird es wohl einfacher sein an den Ort des Geschehens zu reisen, um sich selbst ein Bild davon zu machen, als einen informativen Artikel zu finden. Übertrieben gesagt, flattern die Reiseangeboten per Email nur so rein.

Es reicht nicht, dass es schon so erschreckend ist, dass durch die Pegidisten ersichtlich wurde, dass so viele Rassisten in Deutschland leben und der Hass wird noch weiter und weiter geschürt. Langsam langweilt es mich auch ständig sich mit den gleichen Themen, wie Rassismus zu beschäftigen. Ich würde mich auch viel lieber anderen Themen widmen, doch leider beschäftigen sie uns nun mal alltäglich und lösen sich nicht in Luft auf. Wenn wir unseren Mund halten, dann wäre das Ziel erreicht, zu unserem Nachteil. Und das nur ein Vergleich zu den vielen Themen, die uns tagtäglich beschäftigen, wie auch der Rassismus.

Die normalen „Rassisten“

Wie die IS die krasseste Form des Extremismus ist, so ist der Rechtsextremismus die krasseste Form von Rassismus.

Es heißt aber nicht, dass ein „Normalo“ kein Rassist sein kann, sogar die, die von sich selbst behaupten sie wären keine Rassisten.

Jegliche Art von Ablehnung einer Andersartigkeit ist Rassismus. So wird zum Beispiel als negativ aufgefasst, wenn Übergewichtige aufgrund ihres Gewichts diskriminiert werden. Ja, das stimmt auch. Das ist Diskriminierung. Dann schauen wir uns mal die Gegenseite an. Wenn wir nur an Germany’s Next Topmodel denken, schwirren vor unseren Augen dürre, junge Mädels, die auf jegliche Kalorien verzichten, damit sie ihre „Traumfigur“ beibehalten können. Dabei wird die eine oder andere dürre Frau ebenfalls in die gleiche Schublade gesteckt. Wir denken gar nicht nach, was für Hintergründe dahinterstecken könnten. Muss das immer der Schönheitswahn sein?

Nein!

Vielleicht ist es nur genetisch veranlagt. Ich kenne so einige Frauen, die essen was sie wollen und trotzdem bleiben sie schlank. Aber vielleicht steckt auch eine Krankheit dahinter. Genauso wie bei einem übergewichtigen Menschen eine Krankheit der Hintergrund sein kann. Durch unbedachte Worte können wir verletzen und Narben hinterlassen.

Die Erkenntnis der Vielfalt ist ein Gewinn

Auch unter uns Muslimen ist der Rassismus verbreitet. Wir unterscheiden uns oft überhaupt nicht, obwohl wir stets für Weltfrieden und gegenseitige Toleranz und Akzeptanz appellieren. Wir akzeptieren unsere eigene Vielfalt nicht. Ob es jetzt ein Sunnit, Schiit oder Sufi z. B. ist. Spielt es eine Rolle? Noch schlimmer ist es, wenn wir anfangen uns gegenseitig zu zerfleischen, wenn unser gegenüber einer anderen Rechtsschule folgt, einem anderen Gelehrten oder politisch anders denkt. Wieso können wir die Ansichten des anderen nicht einfach akzeptieren? Müssen immer alle gleicher Meinung sein? Bevor wir nicht aufwachen und an uns selbst rütteln, wird auch in der außermuslimischen Gesellschaft nichts passieren. Wir reißen uns selbst in den Abgrund, in dem wir politisch infiltrierte Denkweisen übernehmen und die Menschen nicht des Menschseins wegen akzeptieren. Wie soll ein Außenstehender uns dann akzeptieren, geschweige denn respektieren, wenn wir es selbst nicht tun? Das ist immer das gleiche Psychospielchen: Was man nach außen hin ausstrahlt, das erntet man auch.

Unnötige Diskussionen führen ins Leere

Das tut mir in der Seele weh, wenn wir selbst in unseren gleichen Diskussionen verharren und nicht weiterkommen. Wir lassen uns beeinflussen, ohne es selbst zu merken. Dabei verheddern wir uns in unseren eigenen Wörtern. Wir müssen langsam anfangen umzudenken und uns an das Positive, was wir immer wieder sagen auch in die Tat umsetzen. Taten zählen, nicht die Worte!

Die Kälte soll in der Antarktis bleiben

Die Kälte darf sich nicht in unseren Herzen ausbreiten, ansonsten ist die Niederlage vorprogrammiert.
Ich möchte nicht die gesamte Allgemeinheit kritisieren. Dieser Warnschuss gilt auch für mich selbst. Keiner von uns ist zu 100 % vorurteilsfrei. Das wäre perfekt und Vollkommenheit ist kein Attribut, dass uns Menschen zugeschrieben ist.

Die Kunst ist sich stetig zu bessern und Einsicht zu zeigen. Wer aus Fehlern lernt, kann sich erfolgreich glücklich schätzen. Ich hoffe ich tue es auch…

Dieser Artikel erschien auch bei www.integrated-happiness.de

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About Author

Tatjana Rogalski

ist Co-Chefbloggerin der Integrationsblogger, hat deutschrussische und tatarische Wurzeln. 1994 ist sie nach Deutschland ausgesiedelt. Jeder Mensch sollte Hoffnung in sich hegen, denn ohne Hoffnung ist der Untergang vorprogrammiert. "Wenn Du nicht fliegen kannst, renne, Wenn Du nicht rennen kannst, gehe, Wenn Du nicht gehen kannst, krieche. Was auch immer Du tust, Du musst weitermachen." (Martin Luther King) Denn nach jeder Erschwernis, folgt die Erleichterung! Falls die Erleichterung noch nicht eingetreten ist, dann ist es noch nicht das Ende! Sei positiv, lächle und zwar nicht erst, wenn der Sturm vorbei ist, sondern lächle ihm ins Gesicht, um ihn zu besiegen, glaube an Dich selbst und wisse, dass jeder Mensch auf seine Art und Weise einzigartig ist :)

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